Sonnenflieger

Flugzeuge am Himmel gehören für uns mittlerweile zum Alltag. An die umweltschädigende Wirkung des heutigen Flugverkehrs wird dabei viel zu selten gedacht. Dabei ist das ausgestoßene CO2 vermutlich noch nicht einmal das größte Problem. Die von den Flugzeugen verursachten Kondensstreifen stehen im Verdacht, die Bildung von Zirruswolken zu beeinflussen. Diese bilden eine zusätzlich isolierende Schicht, welche den Treibhauseffekt stärker beeinflusst als alle anderen von Menschen verursachten Treibhausgase.

Eine Alternative bieten Solarflugzeuge. Flugzeuge, die ausschließlich mit der Kraft der Sonne abheben und fähig sind, über längere Zeit in der Luft zu bleiben. Die Sonnenflieger gibt es zwar schon längere Zeit, doch jetzt ist es gelungen ein Flugzeug zu bauen, das die Spannweite eines Airbusses besitzt. Einen großen Schritt machte das Team von „Solar Impulse“ aus der Schweiz mit dem ersten Testflug Anfang April. In zwei Jahren wollen sie einmal um den gesamten Globus fliegen.

Solar Impulse ist ein echter Hightech-Flieger und mit 1.600 Kilogramm ein wahres Fliegengewicht. Die Spannbreite beträgt 63 Meter. Für die notwendige Energie sorgen 12.000 Solarzellen auf den Tragflächen, die vier Elektromotoren mit jeweils zehn PS antreiben. Das Flugzeug soll durch Batterien, die tagsüber aufgeladen werden, auch nachts fliegen können.

Ob die Weltumrundung (mit Zwischenlandungen) beim ersten Mal klappt, wird sich zeigen. Da es aus Gewichtsgründen nur einen Platz an Board gibt, will sich der Abenteurer Bertrand Piccard bei dem geplanten Flug mit André Borschberg abwechseln. Piccard, der die Welt 1999 bereits als erster Mensch in einem Heißluftballon umrundete, tritt dabei in große Fußstapfen. Sein Vater Jacques Piccard tauchte vor 50 Jahren als Pionier der Meeresforschung zum tiefsten Punkt der Ozeane hinab und dessen Vater August Piccard stieg mit einem Ballon als erster Mensch in die Stratosphäre auf.

Simon Fischer

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