Smart Cities – Nachhaltige Zukunft der Stadt(-werke) Teil 2

„Neue Mobilität – Automobile werden sich verändern“

Den ersten praxistauglichen Elektromotor entwickelte der deutsch-russische Ingenieur Hermann von Jacobi 1834, 40 Jahre vor dem Verbrennungsmotor. Ferdinand Porsche präsentierte auf der Weltausstellung 1900 den „Lohner“-Porsche als Elektroauto in Paris. Doch die E-Vehikel hatten aufgrund der geringen Reichweite keine Chance.

Heute haben nur zirka 1.600 von 45 Millionen in Deutschland zugelassenen Autos einen Elektromotor, doch das soll sich ändern. Die besten Eigenschaften der Stromfahrzeuge sind auch die besten Argumente für deren Existenz. Sie erzeugen kaum Motorlärm, keine Abgase, halten Fahrspaß bereit, die Energiekosten sind gering und die Unabhängigkeit von Mineralölkonzernen wächst.

In den kommenden Jahren werden Elektrofahrzeuge entwickelt, bei denen in jedem Rad eine Antriebseinheit sitzt. Beim Bremsen werden dann die vier Motoren Energie zurückgewinnen können. Durch diese Antriebsform bieten sich Designern neue Möglichkeiten der Unterbringung von Funktionalitäten. Die Innenanordnung des Fahrzeugs ist nicht mehr durch den Verbrennungsmotor und die Kardan- sowie durch die Achswellen bestimmt Der freie Bauraum vergrößert sich signifikant. Die Handbremse müsste beispielsweise nicht mehr mittig angeordnet werden. Großraumfahrzeuge ohne Mittelkonsole sind denkbar. Der Verzicht auf eine starre Lenksäule ist möglich wie auch auf Pedale. Das Fahrzeug könnte mit Joy-Sticks gesteuert werden. Vieles kann möglich werden. Das Innovationspotenzial ist aus heutiger Sicht kaum zu fassen. Leichtbauweisen und Verwendung von nachhaltigen Recyclingstoffen sind weitere Aspekte der Neugestaltung von Automobilen, ohne auf Sicherheitsaspekte verzichten zu müssen.

Wenn die Karosserie durch Leichtbau und Recycling erheblich günstiger wird, kann die Batterie durchaus kostenintensiver bleiben. Heute ist sie jedoch immer noch der Pferdefuß, sie ist zu teuer, nimmt zu wenig Energie auf, ist zu schwer und selbst bei funktionierender Schnellladung wird sie voraussichtlich nicht unter 30 Minuten mehrheitlich aufgeladen sein. Die 400 Volt-Quellen für den Fluence Z.E. von Renault für die Schnellladung werden jedoch erst 2013 zur Verfügung stehen. Der Erfolg von Elektroautos wird nicht allein von der Forschung für Batterietechnik, Fahrzeugkaros-serien und Fahrzeugtechnik sowie Ladeinfrastruktur abhängen, sondern letztlich wie groß der „politische Wille“ ist.

Dieter Lindauer

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