„Schweizer Taschen-Fahrrad“

Voltitude

Die farbliche Gestaltung und der Klappmechanismus des Elektro-Fahrrads lassen einen sofort an ein Schweizer Taschenmesser denken: Das E-Bike mit dem Namen Voltitude – eine Kombination aus Volt und Attitude – wurde als Prototyp auf dem Autosalon in Genf im März 2012 vorgestellt. Nach zahlreichen Vorbestellungen geht das zusammenklappbare Rad nun in Serie. Bis hierhin war es jedoch ein langer Weg: fünf Jahre Entwicklungsarbeit gingen der Markteinführung voraus, dabei wurden 13 internationale Patente angemeldet.

Das Design stammt von André-Marcel und Eric Collombin, Vater und Sohn, die das Unternehmen, das denselben Namen trägt wie das E-Bike, gemeinsam gegründet haben. „Die Zielgruppe, die wir mit Voltitude ansprechen wollen, sind Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten“, so Eric Collombin. „Zuerst dachten wir hauptsächlich an Geschäftsleute, doch wir haben zahlreiche Anfragen von Menschen aller Altersgruppen und Nationen mit völlig unterschiedlichem Hintergrund erhalten.“ Er erklärt weiterhin: „Unser Konzept, insbesondere auch diejenigen zu überzeugen, welche bislang kein Fahrrad als Transportmittel nutzen, scheint aufzugehen.“

Das liegt sicherlich auch an der einfachen Handhabung. Der patentierte Klappmechanismus EasyFold erlaubt das Zusammen- und Auseinanderklappen laut Unternehmensangaben einhändig und innerhalb von einer Sekunde. Im Modus Fold&Roll wird das E-Bike im zusammengeklappten Zustand nicht getragen, sondern geschoben. Das Gewicht des Fahrrads inklusive Lithium-Ionen-Akku liegt bei etwa 26 Kilogramm. Im entfalteten Zustand bietet es einen relativ langen Radstand von rund 109 Zentimetern, hydraulische Scheibenbremsen und einen Hinterradantrieb. In Abhängigkeit von dem individuellen Pedaleinsatz sowie der Beschaffenheit des Terrains liegt die Reichweite des Akkus bei 20 bis 40 Kilometern. Für eine Vollladung sind etwa fünf bis sechs Stunden notwendig.

Das E-Bike erreicht Geschwindigkeiten bis zu 25 Kilometer pro Stunde. So kann es wie jedes andere Fahrrad auch ohne Führerschein gefahren werden, die Nutzung von Fahrradwegen ist ebenfalls erlaubt. Weitere Features des innovativen Schweizer Gefährts sind ein eingebautes Schloss, LED-Front- und Rückbeleuchtung sowie breite Reifen für mehr Stabilität. Das Voltitude-Fahrrad hat 2011 den Preis für Nachhaltige Entwicklung des Kantons Genf gewonnen und war im selben Jahr für den Schweizer Ethikpreis nominiert.

Franziska Buch

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