Das Potential von E-bike und Co.

Immer mehr Menschen machen sich das Potential von Pedelecs zu Nutze – Tendenz steigend. Das Ziel der Bundesregierung, den Radverkehrsanteil bis zum Jahre 2020 von bisher 10 Prozent auf 15 Prozent zu steigern, scheint damit auf einmal gar nicht mehr so fern.

Derzeit sind etwa 1,6 Millionen E-Räder deutschlandweit im Einsatz. Etwa 95 Prozent davon sind wiederum Pedelecs, also Fahrräder mit einem Elektroantrieb, der den Fahrer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Kilometer pro Stunde unterstützt. Die Vorteile eines Pedelecs liegen dabei auf der Hand: Höhenunterschiede lassen sich problemlos bewältigen, der Gegenwind lässt sich einfach bezwingen, größere Distanzen werden auch für den ungeübten Radfahrer verschwindend gering und der Transport größerer Lasten wird erleichtert. Gerade deshalb ist auch für die ältere Generation das E-Bike eine gute Alternative zum Rad ohne Elektroantrieb.

Doch nicht nur hier, sondern in der ganzen Bevölkerung weiß man inzwischen etwas mit dem Begriff E-Bike anzufangen: Einer repräsentativen Studie nach liegt die Bekanntheit bei 90 Prozent. Wurden im Jahre 2007 etwa 70.000 E-Räder verkauft, so ist diese Zahl bis 2013 auf 410.000 Räder angestiegen. Dem Käufer dürfte mit derzeit über 1.500 unterschiedlichen E-Modellen von über 70 Herstellern die Wahl des neuen Fortbewegungsmittels nicht allzu leicht fallen.

Laut einer Studie der Technischen Universität Dresden im Auftrag des Bundesministeriums lassen sich durch Steigerungen des Radverkehrs im Personenverkehr CO2– Einsparungspotenziale von 10 bis 30 Prozent erreichen. Doch ist hierfür ein intelligent gesteuerter und umweltverträglicher Verkehr notwendig: Der Einsatz schadstoffarmer oder -freier Fahrzeuge gehört hier genauso hinzu wie die Überwindung kurzer Distanzen mit dem Rad und die Verbesserung der Vorraussetzungen für die vermehrte Nutzung des Umweltverbundes (Fuß, Fahrrad, Öffentlicher Verkehr, Car-Sharing, Fahrradverleihsysteme). Gerade mit E-Bikes und Pedelecs lassen sich Entfernungen bis zu 10 Kilometer meist schneller als mit dem Auto zurücklegen. In diesem Bereich liegen immerhin 75 Prozent aller zurückgelegten Wege im Alltag eines Deutschen. 

Zwar belastet ein Pedelec die Umwelt stärker als ein herkömmliches Fahrrad, doch werden diese geringen Umwelteffekte schnell aufgewogen, wenn das Pedelecfahren die Autofahrten ersetzt. Tatsächlich entspricht die Energiemenge, die ein Pedelec für eine Strecke von 10 Kilometern verbraucht etwa der Energie, die erforderlich ist, um 0.7 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Wird beim Aufladen des Akkus nun Solarstrom genutzt, so entfallen auch die Luftschadstoffe.

Bleibt noch die Frage nach der Klimabelastung durch die verwendeten Akkus. Hierfür wurde bisher die Ökobilanz von zwei Lithiumionenakkus untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass die größten Anteile der Umweltauswirkungen auf Gewinnung der Materialien und dem Fertigungsprozess entfallen. Überträgt man diese Kennzahlen auf die Kapazität (rund 0,4 Kilowattstunden) eines gängigen Pedelecakkus, so sind dessen Herstellung und Entsorgung für Treibhausgasemissionen (CO2-eq) von 22 bis 30 Kilogramm (55 bzw.75 kg CO2-eq/kWh x 0,4 kWh) verantwortlich. Damit verzeichnen E-Bikes einerseits einen Nachteil gegenüber dem gängigen Fahrrad, andererseits sind bereits nach 100 gefahrenen Kilometern die Treibhausgasemissionen des Akkus eingespart, wenn man sonst das Auto genutzt hätte. 

Zuletzt wäre da noch der wesentlich geringere Flächenverbrauch von Pedelecs gegenüber Autos zu erwähnen. Denn nur durch eine sparsame, natur- und sozialverträgliche Flächennutzung können Naturräume geschützt und eine nachhaltige Verkehrs-und Siedlungspolitik umgesetzt werden.

Schlussendlich wird klar: E-Bikes sind auf dem Vormarsch und besitzen gerade in größeren Städten das Potential, das Auto vollständig zu ersetzen. 

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