Produktionsstopp für PSA-Elektroautos

Citroën C-Zéro

PSA Peugeot-Citroën bleibt offenbar auf seinen Elektroautos sitzen und stoppt daher den Bezug von Mitsubishi. Das Unternehmen berichtet von einer „kurzfristigen Unterbrechung der Belieferung“, um den Lagerbestand abzubauen.

Der Peupeot iOn und der Citroën C-Zéro, die beide komplette vom japanischen Autobauer Mitsubishi hergestellt werden, und baugleich mit dem Mitsubishi i-MiEV sind, erweisen sich als Flop. Medienberichten zufolge konnte PSA maximal die Hälfte von 11.000 angelieferten Fahrzeugen absetzen. Dem Marktforschungsinstitut Dynamics zufolge konnte PSA in den ersten sechs Monaten des Jahres gerade einmal 935 C-Zéro und 825 Peugeot iOn in Europa absetzen. Ursprünglich sollten bereits in 2011 rund 7.000 Fahrzeuge verkauft werden. Mitsubishi hat nun sowohl die Lieferung der beiden Elektroautos als auch die Produktion gestoppt.

Wie es aussieht leiden die E-Flitzer unter den herkömmlichen Problemen, mit denen die E-Mobilindustrie zu kämpfen hat. Vor allem die geringe Reichweite nagt am Image. Rund 100 Kilometer weit kommt man mit den Elektrowundern, wobei leider kaum ausreichend Ladestationen vorhanden sind. Zudem können die E-Mobile weder durch technische Highlights noch durch Komfort überzeugen. Zu allem Unglück brachte PSA die Autos auch noch zu schwindelnd hohen Preisen auf den Markt. iOn und C-Zéro kosteten anfangs rund 30.000 Euro, wovon PSA aber bereits abgerückt ist. Inzwischen zahlt man für den Peugeot iOn nur noch 10.900 Euro (in Frankreich – Anmerkung der Redaktion).

Möglichweise leidet der Absatz eher am Geschäftsmodell, als an einer grundlegenden Abneigung gegenüber Elektrofahrzeugen. Die stundenweise Vermietung von Eletroautos jedenfalls lässt sich gut an, sowohl in Frankreich als auch hierzulande.

Wann die Produktion wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. In den französischen Medien wird bereits ein Ende der Kooperation von PSA und Mitsubishi kolportiert, was PSA mit Nachdruck zurückweist. Erst Anfang Juli war in der gemeinsam von PSA und Mitsubishi betriebenen Autofabrik im russischen Kaluga die Produktion voll hochgefahren worden. Außerdem beziehen die Franzosen die elektrischen Komponenten für den E-Berlingo von den Japanern. PSA ließ lediglich mitteilen, dass der Bezug demnächst wieder aufgenommen werde.

Josephin Lehnert

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