Neue Förderprogramme für Ladeinfrastruktur

Elektromobilität in Karlsruhe
Elektromobilität in Karlsruhe

Haupthemmnis für die Elektromobilität auf kommunaler Ebene ist die Ladeinfrastruktur. Dies wurde bei einer Workshop-Reihe von e-mobil BW deutlich. Mit neuen Förderprogrammen versucht der Bund nun gegenzusteuern.

Mit einer Schwerpunktaktion fördert der Bund ab sofort bis Ende Januar kommunale Vorhaben im Bereich Elektromobilität. Gefördert wird die Beschaffung von E-Flottenfahrzeugen und einer kommunalen Ladeinfrastruktur, beispielsweise auf Betriebshöfen. Es müssen mindestens drei E-Fahrzeuge mit entsprechenden Ladeinfrastruktur beantragt werden. Kommunen und kommunale Unternehmen können sich auch zusammenschließen, um diese Zahl zu erreichen. Der Zuschuss für Kommunen für die Beschaffung von E-Fahrzeugen beträgt bis zu 50 Prozent der zusätzlichen Anschaffungskosten, für kommunale Unternehmen 40 Prozent der Differenzkosten. Entsprechend wird die Beschaffung einer dazugehörigen Ladeinfrastruktur gefördert.

Bezuschusst wird auch die Erarbeitung von kommunalen Konzepten und Studien zur Förderung der Elektromobilität, beispielsweise zum E-Carsharing oder Verknüpfung der E-Mobilität mit der Siedlungsentwicklung oder Wirtschaftsförderung. Zielgruppe sind vor allem kleinere und mittelgroße Kommunen. Der Förderanteil für entsprechende Studien bis zu 100.000 Euro liegt für Kommunen bei bis zu 80 Prozent, für kommunale Unternehmen bei bis zu 50 Prozent, so Dominique Sevin von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW). . Die Ausschreibungsrunde ist Teil der Förderrichtlinie Elektromobilität des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) vom Juni 2015, die bis Ende 2019 läuft. Das Gesamtvolumen liegt bei 60 Millionen Euro.

In Ratifizierung bei der EU ist derzeit das Förderprogramm Ladeinfrastruktur des Bundes, das von 2017 bis 2020 laufen soll. Es umfasst 300 Millionen Euro und ist Teil des Marktanreizprogramms Elektromobilität der Bundesregierung. 200 Millionen Euro sind für Schnellladen vorgesehen, 100 Millionen Euro für Normalladen. Insgesamt sollen so mindestens 15.000 Ladestationen zusätzlich aufgebaut werden. Gefördert wird jedoch nur öffentlich-zugängliche Ladeinfrastruktur. Die vorgesehene Förderquote liegt jeweils bei 60 Prozent.

Der Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur und die Einbindung in eine nachhaltige Gemeindeentwicklung sind denn auch wesentliche Knackpunkte bei der Weiterentwicklung der Elektromobilität auf kommunaler Ebene, wie eine Workshop-Reihe von E-Mobil BW und des baden-württembergischen Gemeindetags zeigte, die in Biberach/Riss vorerst abgeschlossen wurde. Insgesamt nahmen über 100 Bürgermeister und andere kommunale Vertreter an den Weiterbildungsveranstaltungen, die unter dem Motto „Kommunaler Standortvorteil Elektromobilität“ stand, teil. „Entscheidend ist hierbei die enge Zusammenarbeit der Gemeinden mit lokalen und regionalen Partnern“, unterstrich Michael Ruprecht von e-mobil BW. Im kommenden Jahr plant die Landesagentur weitere Angebote und Veranstaltungen zur Elektromobilität für Kommunen, unter anderem einen Workshop mit Schwerpunkt ÖPNV und Mobilitätsangeboten vom Pedelec bis zum Elektrobus.

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