London: Radfahrer-Autobahn Skycycle

Radfahrer sind in London bald gleichberechtigt mit Autofahrern. Denn sie bekommen eine eigene Autobahn. Der auf Stelzen errichtet ‚Skycycle‘ bringt sie in Zukunft sicher und staufrei ins Stadtzentrum.

Es ist ein Gigaprojekt, das derzeit in London angeleiert wird. Ein 220 Kilometer langes Netzwerk von Fahrradwegen in luftiger Höhe mit insgesamt 200 Auffahrrampen soll ein abgasfreies Vorankommen per Zweirad ermöglichen. Der Skycycle soll über mehrspurigen Straßen und S-Bahntrassen verlaufen.

Mit dem Fahrrad in der Millionenmetropole unterwegs zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Unfälle sind an der Tagesordnung, wenn sich täglich die rund 500.000 Radler zwischen Autos, Lkws, Taxis und Bussen hindurchschlängeln müssen. Ein hoher Preis dafür, dass man sich gesund und umweltfreundlich fortbewegt. Da nützen auch die bereits eingeführten „Cycle Super Highways“ nichts, blaue Streifen am Straßenrand, die oftmals rücksichtslos zugeparkt werden.

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Damit Radfahrer nicht weiter um ihr Leben bangen müssen, will Londons Bürgermeister Boris Johnson die City nun zur „weltbesten Stadt für Fahrradfaher“ umfunktionieren und stellt eine Milliarde Euro für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Aussicht.

Ob das für die Realisierung des Skycycles ausreicht, ist aber anzuzweifeln. Allein der erste Bauabschnitt von 6,5 Kilometern – eine Verbindung zwischen dem Londoner Ostbahnhof und Liverpool Street Station – wird vermutlich um die 240 Millionen Euro kosten. Dabei soll die Fahrradautobahn nicht das bisherige Straßennetz ersetzen, sondern auf Stelzen darüber hinweg führen.

Bis zu 15 Meter breit soll der Skycycle sein und Platz bieten für rund 12.000 Radfahrer pro Stunde. Denen ermöglicht das eine freie Fahrt und macht den Umstieg aufs Fahrrad um einiges Attraktiver.

Der federführende Projektentwickler, Stararchitekt Norman Foster, zeigt sich begeistert und sieht den Skycycle als zukünftiges Mobilitätskonzept auch für Weltmetropolen.

 

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