Kein Interesse an alternativen Antrieben

Auto in Rapsfeld

In einer vor kurzem veröffentlichten Studie wird gezeigt, dass die Verkaufszahlen von Autos mit alternativen Antrieben Anfang 2011 stagnieren und auf der Höhe der Vorjahre bleiben. Die voraussehbare, langfristige Preissteigerung für Benzin und Diesel scheint den deutschen Autokäufer nicht zu einem Umdenken zu bewegen, und so fahren immer noch 99 Prozent der im Januar und Februar 2012 neu zugelassenen Autos mit Diesel oder Benzin.

Die aktuellen Berechnungen basieren auf der deutschen Zulassungsstatistik für Januar und Februar 2012.  Ferdinand Dudenhöffer, der Direktor des „Centre Automotive Research“ der Universität Duisburg-Essen, erklärt, dass sich die aktuellen Verkaufszahlen für Autos mit alternativen Antrieben wie Erdgas, Autogas, Ethanol, Strom oder mit Hybridantrieb auf ähnlichen Werten wie in den Jahren zuvor belaufen.

Der Verkauf von Erdgasautos ist dabei sogar rückläufig. Wurden 2006 noch 11.900 Autos mit diesem Antrieb abgesetzt, waren es 2011 nur noch 6.300. Auch der Absatz für Autos mit Flüssiggasantrieb geht zurück, 2008 wurden noch 14.200 verkauft, 2011 waren es nur noch 4.900. Für beide Antriebarten wurden die meisten Verkäufe 2008 verzeichnet, als die Spritpreise auf ein Rekordhoch kletterten.

Den größten Marktanteil von alternativen Antrieben halten Hybridautos, von diesen wurden 2011 11.900 verkauft, was einem steigenden Absatz entspricht. Der Verkauf von Elektroautos ist zwar auch steigend, aber die Gesamtanzahl der verkauften Autos war 2011 mit einem Wert von 2.000 noch geringer als etwa bei Erdgasfahrzeugen.

Insgesamt liegt der Markt mit alternativen Antrieben in Deutschland im beobachteten Zeitraum von Januar bis Februar mit einem Marktanteil von 82 Prozent fest in ausländischer Hand. Dabei ist der Billiganbieter Darcia Marktführer, der in diesem Zeitraum 736 Autos mit alternativen Antrieben verkaufte, die meisten davon mit Flüssiggasantrieb. Im Gegensatz dazu setzte VW nur 155 Autos mit solchen Antrieben ab und bei BMW wurde sogar überhaupt keines verkauft.

Dudenhöffer meint, dass bei deutschen Premiumanbietern alternative Antriebe eher ein Hobby zu sein scheinen, und solche Autos mehr für Automobilmessen als für den Markt gemacht würden. Da die hohen Spritpreise offenbar nicht zu einem anderen Kaufverhalten führen, lässt sich ein Umdenken vielleicht nur durch politische Vorgaben erreichen.

Maria Martin

1 Kommentar

  • Ein Umdenken wird dann bei der breiten Masse einsetzen, wenn Autos mit alternativen Antrieben im Preisvergleich mit konventionellen Modellen nicht mehr schlechter abschneiden. Politische Vorgaben welcher Art und an wen gerichtet sollten denn ein „Umdenken“ befördern, wobei das Wort in diesem erzwungenen Zusammenhang falsch gewählt ist.
    Außerdem war es die Politik, die mit der Abwrackprämie potenzielle Marktanteile für Fahrzeugen mit alternativen Antrieben mittelfristig konterkariert hat. Bitte nicht noch mehr solche unüberlegten Schnellschüsse zugunsten einiger Lobbyisten!

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