Japan genießt Spitzenposition

Auf dem Automobilmarkt haben die Asiaten die Nase vorn. Das zeigt nicht nur das Öko-Ranking des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), sondern auch die weltweit größte Automobilmesse IAA. Bei deutschen Autobauern scheinen Hybrid- und Elektroautos nur ein Nischenprodukt darzustellen, um das grüne Mäntelchen ein wenig wahren.

Zwar zeigen deutsche Automobilhersteller auf der IAA auch ihre Elektro- und Hybridfahrzeuge, sowie aktuelle Spritsparmodelle voller Stolz, doch dies Präsentation scheint eher als Alibifunktion zu dienen. Die wenigsten der vorgestellten Öko-Autos werden bereits in Serien gebaut. So kündigte Volkswagen an, sein sparsames Ein-Liter-Auto im Jahr 2013 endlich auf den Markt bringen zu wollen – mit einer peinlich geringen Auflage von 500 Stück. Eigentlich war die Serienproduktion schon für das Jahr 2010 angekündigt worden, nachdem die Konzeptstudie schon 2002 begann.

Bessere Aussichten gibt es auch bei den Elektroautos nicht. So will Opel seinen Ampera Elektrowagen in diesem Herbst auf den Markt bringen, der BMW i3 muss damit noch bis 2013 warten. Einen gewaltigen Vorsprung genießen hingegen die japanischen Automobilhersteller. Schon jetzt produzieren Nissan und Mitsubishi Elektroautos in Großserien. Etwa den Nissan Leaf, von dem jeden Monat rund 4000 Stück vom Band rollen oder der Misubishi i-MiEV mit immerhin 2100 gefertigten Autos pro Monat.

Auch bei den Spritsparern zeigen sich deutsche Automobilhersteller wenig einfallsreich. Laut Ökoranking finden sich deutsche Fahrzeuge erst auf dem siebten Platz wieder. In allen vier Bewertungskategorien (CO2-Ausstoß, Verbrauch, Lärmbelästigung, Zusammensetzung und Art der ausgestoßenen Schadstoffe) haben auch hier die Japaner deutlich die Nase vorn. Modelle von Lexus, Toyota und Honda belegen die ersten sechs Plätze. Für deutsche Autobauern bedeutet das einen erheblichen Nachholbedarf, sonst dürfte ihnen der größte Automarkt der Zukunft, China, verschlossen bleiben. Der lässt sich nämlich nur mit modernster Umwelttechnik erobern, von der wir allerdings noch weit entfernt sind. Und es wohl auch bleiben werden, wie eine Studie der Deutsche Bank Research und dem Institut der Deutschen Wirtschaft verdeutlicht.

Demnach dürfte E-Mobilität auch weiterhin ein Nischendasein fristen. Der Marktanteil der Elektroautos fällt im Jahr 2020 mit nur sechs Prozent an den gesamten Neuzulassungen peinlich gering aus.

Judith Schomaker

Add comment