Italien testet Oberleitungs-LKW

Auch in Baden-Württemberg werden elektrische Oberleitungs-LKW getestet
E-Hybrid-LKW mit elektrischer Oberleitung. (Bild: Verkehrsministerium BW)

Auch in Italien werden nun Oberleitungs-LKW im praktischen Einsatz getestet. Ein Teilstück der Autobahn A35 zwischen Mailand und Brescia wird elektrifiziert. Partner sind Scania und Siemens.

Auch in Schweden wurde bereits ein erstes, zwei Kilometer langes Autobahnteilstück E16 in der Nähe der Stadt Gävle mit elektrischen Oberleitungen für Hybrid-LKWs ausgerüstet. Das Projekt „Trucks for German eHighways“ sieht den Bau von drei neuen elektrifizierten Autobahnen in Deutschland für Oberleitungs-LKW in den Jahren 2019 und 2020 vor. Auch auf einer sechs Kilometer langen Teststrecke auf der stark befahrenden Bundesstraße 462 im Murgtal (Landkreis Rastatt) sollen im Rahmen des Projektes eWayBW ebenfalls bald LKWs elektrisch fahren. Das Vorhaben wird finanziell vom Bundesumweltministerium gefördert und dient unter anderem der CO2-Reduzierung.

Künftig Nutzung von Solarstrom vor Ort

Nun zieht auch Italien nach. Ein sechs Kilometer langes Teilstück der A 35 Brembini, die Brescia mit Mailand verbindet, wird elektrifiziert. In beide Richtungen werden Oberleitungen installiert, die es ermöglichen, die im Verkehr befindlichen Scania-Lkw anzutreiben. Die in diesem Projekt eingesetzten Fahrzeuge sind mit Hybrid-Antriebssystemen mit Elektromotoren ausgestattet, die von einem Stromabnehmer angetrieben werden. Außerhalb der elektrifizierten Fahrspur, wenn das Fahrzeug eine Überholung durchführen oder die Autobahn verlassen muss, um sein Ziel zu erreichen, verwendet der LKW seinen batteriebetriebenen Elektromotor oder den Verbrennungsmotor.

Der erste Abschnitt, der elektrifiziert wird, ist der zwischen den Mautstellen Romano di Lombardia und Calcio. Künftig soll in weiteren Abschnitten der benötigte Strom direkt vor Ort mit Photovoltaik erzeugt werden.

Nachhaltiges Verkehrssystem voranbringen

„Wir sind bereit, mit der A35 Brebemi zusammenzuarbeiten, um die erste elektrifizierte Autobahn in Italien zu bauen. Dies ist ein äußerst revolutionäres Projekt, das die Idee des Straßenverkehrs für immer verändern soll“, betonte Franco Fenoglio, Präsident und CEO von Italscania. „Die Zusammenarbeit zwischen Scania und A35 Brebemi, Siemens und allen an diesem Projekt Beteiligten zeigt, dass wir nur durch die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern in der Lage sind, den Veränderungsprozess hin zu einem nachhaltigen Verkehrssystem zu beschleunigen.“  Auch weitere Logistikdienstleister sind an dem Vorhaben, das einen emmissionsärmeren Güterverkehr via Oberleitungs-LKW voranbringen will, beteiligt.