Im Rückspiegel: die Rennsaison der Elektroautos

Pikes Peak International Hill Climb

Mittlerweile nimmt die Anzahl jener Rennveranstaltungen, die nachweislich äußerst geringe Auswirkungen auf unsere Umwelt haben, stetig zu. Anhänger von nachhaltig orientierten Motorsportveranstaltungen hatten 2012 einen gut gefüllten Terminkalender. Motorsportbegeisterte mit einem grünen Gasfuß konnten zahlreiche Termine im diesjährigen Rennkalender rot markieren. Das CleanEnergy Project fasst die Highlights der Rennsaison zusammen.

Das Jahr 2012 verlief äußerst erfolgreich für die Gruppe der Rennautos mit Elektroantrieb. Allein innerhalb Europas wurden zahlreiche Rennveranstaltungen zwischen dem Fürstentum Monaco an der französischen Mittelmeerküste und Göteborg in Schweden organisiert, bei denen zahlreiche neue Rekorde aufgestellt wurden. Hinzu kamen packende Überseerennen in den USA oder in Asien.

Bei den entsprechenden Rennen besteht das Teilnehmerfeld großteils aus Elektrofahrzeugen. Nicht selten jedoch gelten auch Ausnahmeregelungen für Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb und Brennstoffzellen sowie für Rennwagen mit Hybridantrieb.

Ein unumstrittenes Highlight stellt der alljährliche stattfindende Pikes Peak International Hill Climb dar. Nicht weniger als 182 Teilnehmer gingen diesmal beim wohl anspruchsvollsten Bergrennen der Welt im US-Bundesstaat Colorado an den Start. Die auch unter dem Namen Race To The Clouds bekannte Veranstaltung war bisher ausschließlich Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb vorbehalten. Diesmal jedoch wurde das Teilnehmerfeld des zweitältesten Bergrennens der USA erstmals um sieben Elektrosportwagen erweitert. Zwei der Elektroautos fuhren bei dieser Premiere direkt ins Spitzenfeld. Der japanische Pilot Fumio Nutahara belegte dabei mit seinem Toyota TMG EV P002 schlussendlich den vierten Gesamtrang unter den 87 gestarteten Automobilen.

Der Vollgaswettbewerb führt traditionell über eine Länge von 19,99 Kilometern. Dabei gilt es, 1.439 Höhenmeter zu überwinden und durch 156 Kurven zu rasen. Auch wenn die Strecke in diesem Jahr erstmals vollständig asphaltiert war, so gab es auch diesmal keine Leitplanken. Da auch Auslaufzonen fehlen, zählt der Wettbewerb zu den riskantesten seiner Art. Zum Glück wurde auch in diesem Jahr keiner der Teilnehmer ernsthaft verletzt, wenngleich zahlreiche Rennautos auf spektakuläre Art und Weise von der Strecke abkamen.

Ebenso erfolgreich verlief die Fahrt mit dem Toyota TMG EV P002 auf der legendären Nordschleife des Nürnburgrings. Hier gelang die schnellste Rundenzeit für Elektroautos auf dem 20,83 Kilometer langen Teilabschnitt der traditionsreichen Rennstrecke.

Zusammen erzielen die zwei Elektromotoren des erfolgreichen Boliden eine Leistung von 350 Kilowatt (476 PS). Mit einem Drehmoment von 900 Newtonmeter beschleunigt der Rennwagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometer pro Stunde. Die Lithium-Keramik-Batterie hat eine Kapazität von 42 Kilowattstunden.

Einen weiteren Höhepunkt der Rennsaison stellte zweifelsfrei die Bertha Benz Challenge dar. Bei der mehrtägigen Veranstaltung sind nur Fahrzeuge mit alternativem Antrieb startberechtigt. Zum zweiten Mal trafen sich zahlreiche Motorsportbegeisterte in Deutschland und folgten den Spuren von Bertha Benz. Die Pionierin unternahm im Jahr 1888 die erste Fernfahrt der Geschichte mit einem Automobil. Insgesamt 45 Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien bestritten heuer dieses Rennen.

Ihre Premiere feierte die E-Via24, ein dreitägiger Wettbewerb, der die diesjährigen 25 Teilnehmer durch die benachbarten Länder Österreich, Ungarn und Slowenien führt. In diesem Fall sind nur jene Fahrzeuge teilnahmeberechtigt, die auch für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sind und ausschließlich mittels Elektroantrieb betrieben werden. Gewinner wurde jener Starter, der am Ende des Rennens die energiesparendste und zugleich gleichmäßigste Fahrweise vorweisen konnte.

Rennveranstaltungen dieser Art geben einen wichtigen Hinweis darauf, in welche Richtung sich der Motorsport in Zukunft entwickeln könnte. Die aktuelle Diskussion zum Thema Elektromobilität bereichern sie schon heute.

Joachim Kern

1 Kommentar

  • Lieber Herr Kern,
    als Veranstalter der Bertha Benz Challenge fühlen wir uns geehrt, im gleichen Atemzug mit Pikes Peak genannt zu werden!
    Gleichzeitig möchten wir auf zwei Bertha Benz Challenge-Galafahrten im nächsten Jahr hinweisen, da sich dann die Fahrt der Bertha Benz zum 125. Mal jährt (1888-2013):
    – Die 3. Bertha Benz Challenge vom 13.-15.9.2013, mit Start vom Allerheiligsten der Automobilindustrie, der IAA!
    – Die Bertha Benz Challenge Shanghai im Dezember 2013, von Hangzhou zur Automechanika Shanghai (Pudong)!
    Herzlichst,
    Ihre Frauke Meyer