IAA: Das erwartet Sie auf der größten Automesse der Welt

Internationale Automobilausstellung in Frakfurt
Internationale Automobilausstellung in Frakfurt

Heute beginnt die zehntägige Internationale Automobil-ausstellung (IAA) 2015 in Frankfurt, die größte und vielleicht wichtigste Automobilmesse der Welt. Auch 2015 gibt es dort wieder alles was das Herz der Autofans höher schlagen lässt – jeder Autobauer, der etwas auf sich hält, ist auf der IAA vertreten. Im Bereich Elektromobilität lässt sich dieses Jahr ein eindeutiger Trend erkennen: mit leistungsstarken Motoren ausgestattete E-Sportwagen mit hoher Reichweite dominieren die IAA und machen dem bislang unangefochtenen Platzhirsch Tesla ernsthafte Konkurrenz. Ein weiteres Highlight der Messe ist die Vorstellung des Toyota Mirai, das erste in Serie produzierte Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeug der Welt. Wir stellen Ihnen den Mirai und drei der präsentierten Concept Cars vorab vor.

Während die Elektromobilität noch vor wenigen Jahren das dominierende Thema auf der IEE war, werden dieses Jahr zwar fast an jedem Stand Plug-in-Hybride, jedoch nur eine Handvoll neuer, rein elektrisch betriebener Concept-Cars präsentiert. Doch die haben es in sich: Die Hersteller scheinen erkannt zu haben, dass sich kaum ein Kunde für unansehnliche elektrische Ökomodelle mit wenig PS und niedriger Geschwindigkeit interessiert. Jetzt soll es offenbar die Leistung richten – ganz nach dem Vorbild von Tesla.

Der Pionier der Brache dominiert seit Jahren mit leistungsstarken Motoren, hoher Geschwindigkeit, schnittigem Design und für eAustos großer Reichweite den derzeit ohnehin nicht gerade vielversprechenden Markt. Nun springen auch deutsche Autobauer wie Porsche, Audi sowie der chinesische Hersteller Thunder Power auf den PS-Zug auf:

Porsche präsentiert in diesem Jahr seinen ersten Vorstoß in den Bereich der rein batterie-elektrischen Fahrzeuge, und bleibt dabei wie erwartet seiner Linie als Autobauer mit Sinn für Design und Leistung treu: Die viersitzige Porsche Studie des Mission E zeigt mit seinen eindrucksvollen 441 kW / 600 PS und einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern, dass nicht nur Tesla elektrisch betriebene Sportwagen mit hoher Reichweite und enormer Leistung bauen kann. Das Fahrzeug soll nach Angaben des Herstellers in unter vier Sekunden von Null auf Tempo 100 beschleunigen und eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 200 km/h erreichen.

Doch die vielleicht größte Überraschung des viertürigen Coupé: nach nur einer Viertelstunde an der Ladesäule soll die Batterie zu 80 Prozent geladen sein – und damit deutlich schneller als Teslas Modell S, das für die gleiche Ladung gut 25 Minuten länger braucht. Die Rekordladezeit ist allerdings nur mit einer Ladestärke von 800 Volt zu erzielen – eine Spannung, für die es in der Praxis derzeit noch keine (öffentlichen) Lademöglichkeiten gibt. Im Normalmodus lädt der Porsche seine Speicher induktiv über eine 400-Volt-Bodenplatte – und dürfte damit auf die üblichen Ladezeiten von mindestens 40 Minuten kommen. Auch bis es das Concept-Car zu kaufen gibt müssen Fans noch einige Wartezeit überbrücken: Mindestens drei Jahre dauere es noch bis der Tesla-Konkurrent auf die Straßen kommt, teilt Porsche mit.

Auch Autobauer Audi, der eigentlich vor Jahren der Elektromobilität den Rücken gekehrt hatte, zeigt sich dieses Jahr überraschenderweise mit einem neuen Concept-Car: „Audi wird Anfang 2018 einen rein elektrisch angetriebenen Sport-SUV in der Oberklasse präsentieren. Die Technikstudie gibt einen konkreten Ausblick darauf”, sagt Audis Technik-Vorstand Ulrich Hackenberg. Der „E-Tron Quattro“ beschleunigt mit seinen 505 PS und mehr als 800 Newtonmetern Drehmoment in 4,6 Sekunden auf 100 km/h und schafft Tempo 210, bevor er elektronisch gedrosselt wird. Der Elektro-SUV soll Dank einer Batterie-Energiekapazität von 95 kWh eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern erzielen. Zum Laden benötigt das Zukunftsmodell jedoch selbst per Schnellladung zähe 50 Minuten.

Auch die Konzeptstudie des taiwanesischen Herstellers Thunder Power bleibt dem Trend auf der IAA im Bereich Elektromobilität treu: Mehr Leistung, größere Reichweite – ganz im Zeichen der neu erwachenden Tesla-Konkurrenz: Mithilfe einer 125-kWh-Lithium-Ionen-Batterie soll das etwas gewöhnungsbedürftig aussehende Concept Car eine Reichweite von 650 Kilometer erzielen – das wäre deutlich mehr als jeder seiner Konkurrenten schafft. Zu kaufen gibt es das eAuto in zwei Ausführungen. Die stärkere erreicht mit ihren 320 kW / 435 PS in weniger als fünf Sekunden die 100 Km/h und erzielt eine elektronisch begrenzte Geschwindigkeit von 250 km/h. Ab Ende 2017 soll das Fahrzeug zu Preisen ab 65.000 Euro zu haben sein – in verschiedenen Varianten. Die Plattform ist laut Hersteller so ausgelegt, dass auch andere Karosserieformen, wie etwa ein SUV oder ein Modell mit Allradantrieb ohne großen Aufwand realisiert werden könnten.

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Ein weiteres Highlight kommt dieses Jahr aus Japan. Der Toyota Mirai – japanisch für Zukunft – das erste in Großserie produzierte Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeug der Welt feiert auf der IAA Deutschland-Premiere. Das Fahrzeug nutzt Wasserstoff als Treibstoff und wandelt diesen mittels Brennstoffzelle in Strom um, der einen 113 kW/154 PS starken Elektromotor antreibt. Dabei stößt er weder CO2 noch andere Schadstoffe aus. Die Treibstoffkosten liegen bei etwa 7,20 Euro auf 100 Kilometer. Mit einer Tankfüllung schafft es der Mirai auf eine Reichweite von rund 650 Kilometern. Eine weitere Besonderheit: Anders als die rein batteriebetriebenen Fahrzeuge, die schon mal eine knappe Stunde geladen werden müssen, dauert ein Tankstopp beim Mirai nur etwa so lang wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Der Kaufpreis für den Mirai liegt bei recht üppigen 78.540 Euro, und er wird zunächst nur an ausgewählte Kunden in Deutschland, Dänemark und Großbritannien ausgeliefert.

Alle Informationen rund um die IAA 2015 (Stände, Hersteller usw.) finden Interessenten hier. Weitere Informationen über den Toyota Mirai auf der IAA finden Sie auf der Homepage von Toyota. Auf unserer Website finden Sie ein Interview mit dem Technik-Pressesprecher von Toyota über den Mirai und die Wasserstofftechnologie. (Stand März 2015)

Quellen: Automobil-Produktion.de / Motorsport-Total.com

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