Finnland: Energieautobahn im Bau

Die A7 ist die längste Autobahn Deutschlands. Sie führt von Dänemark bis nach Österreich und durchzieht ganz Deutschland von Schleswig-Holstein bis Bayern. Das Unternehmen Eurosolar hatte im Oktober 2009 vorgeschlagen, die Strecke zum Windpark zu machen.

Im Rahmen eines Gutachtens, das Eurosolar in Auftrag gegeben hatte, wird von einer mindestens installierbaren Leistung von 6.255 Megawatt ausgegangen und einer Stromerzeugung von 13.500 Gigawattstunden pro Jahr. Dies entspricht etwa 2,2 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs und einer Vermeidung von 11,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Die Investitionen für die „Energieallee A 7“ sollen sich auf 7,5 Milliarden Euro belaufen. Es wäre die weltweit bisher größte Windkraftinvestition in der Onshore-Technik gewesen.

Eine umweltfreundliche Autobahn

Die Betonung liegt leider auf „wäre“, denn das Projekt wurde nie umgesetzt. Anders in Finnland, wo jetzt beim Neubau einer Autobahn alles richtig gemacht und zumindest die Treibhausgasemissionen des Verkehrs auf der Strecke durch den Einsatz regenerativer Energie kompensiert werden sollen. Bis 2016 soll so die erste „umweltfreundliche Autobahn“ Finnlands entstehen.

Die Autobahn wird von Helsinki bis Vaalimaa an der russischen Grenze verlaufen. Entlang der Strecke sind Tankstellen für Elektro- und Biokraftstoffautos, sparsamere, intelligent gesteuerte Beleuchtungssysteme und deren Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen geplant.

Aus den Bio-Abfällen der Raststätten und entlang der Strecke angebauter Energiepflanzen soll Ethanol erzeugt werden, der als Kraftstoff genutzt werden kann. An der Strecke gebaute Wind- und Solaranlagen sollen den Strom für die Infrastruktur und die Elektroautos bereitstellen.

CO2-neutrale Energiebilanz

So sollen die quasi unbewohnbaren Randstreifen entlang der Autobahn für Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung genutzt und dafür andere Flächen freigehalten werden. In der Bilanz soll der Betrieb des Gesamtprojekts damit CO2-neutral ausfallen.

Am Bau beteiligt sind die Energieunternehmen Fortum und Neste Oil, das Technologieunternehmen Ensto sowie der Städte Loviisa, Porvoo und Hamina. Der Vorwurf des „Greenwashing“ könnte zwar stimmen, denn immerhin sind Fortum und Neste Oil bisher für ihr Engagement in Sachen erneuerbare Energien nicht gerade positiv aufgefallen.

Aber immerhin: Wenn diese Autobahn schon gebaut werden muss, dann stimmen in jedem Fall die Rahmenbedingungen, um die bau- und nutzungsbedingten Umwelt- und Klimabelastungen auszugleichen.

Daniel Seemann

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