Elektromobilität: Fahrrad macht Schule

Die Freude am Radfahren sollte von Klein auf gelernt sein

Die Tage werden langsam aber sicher wieder länger. So muss der tägliche Arbeits- oder Schulweg nicht mehr im Dunkeln zurückgelegt werden. Die richtige Zeit also, um wieder öfter das Fahrrad herauszuholen. Für die Schulen Baden-Württembergs gibt es nun einen besonderen Anreiz, mehr in Sachen Radmobilität für die Schüler zu tun.

User Mobilitätsverhalten wird bereits in jungen Jahren besonders geprägt. Damit sind Eltern und Schulen maßgeblich für ein umweltfreundliches und gesundheitsförderndes Mobilitätsverhalten verantwortlich. Eine spätere Änderung der alltäglichen Gewohnheiten fällt den meisten schwer. Das Zertifikat zur „Fahrradfreundlichen Schule“ setzt an diesem Punkt an. Das Zertifikat soll Schulen motivieren, „sich konsequent für die Förderung des Radverkehrs einzusetzen“,, so der Kultusminister von Baden-Württemberg Andreas Stoch zum Start der Initiative.

Für die Umsetzung schreibt das Landesbündnis „ProRad“ künftig jedes Jahr das Zertifikat zur „Fahrradfreundlichen Schule“ aus. Doch für die Auszeichnung, die für die Dauer von drei Jahren gültig ist, müssen die Schulen erstmal in Sachen Fahrrad und Infrastruktur tätig werden. Abhängig von der Schulart gilt es, verschiedene Kriterien zu erfüllen und diese entsprechend zu dokumentieren.

So müssen zum Beispiel – unabhängig ob Grundschule, berufliche oder weiterführende Schule – Abstellanlagen dem Stand der Technik entsprechend in angemessener Qualität und Quantität vorhanden sein. Auch an Reparatur- und Luftaufpump-Möglichkeiten in der Schule darf es nicht mangeln und das Thema „Radfahren“ sollte als Bestandteil des Schulcurriculums in mehreren Klassen unterrichtet werden. Zudem werden die Lehrer zum Mitmachen aufgefordert: In ihrer Vorbildfunktion für die Jüngeren sollen sie selbst öfter mal aufs Rad steigen oder Radtouren organisieren. Eigene Ideen können jederzeit eingebracht werden, sodass nicht nur die Schüler etwas in Sachen Mobilitätsverhalten lernen können.

Neben den acht bis neun „MUSS-Kriterien“ sollten zudem vier weitere „KANN-Maßnahmen“ erfüllt sein, die die Schulen einem Maßnahmenkatalog entnehmen können. Dazu zählt unter anderem die Einrichtung von Schließfächern, um Helm und Fahrradkleidung sicher verstauen zu können. Denn vor allem Grundschulkinder haben mit ihren Büchern meist schon ausreichend zu Tragen. Auch Kooperationen mit außerschulischen Partnern, wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), Sportvereinen oder einer Gesundheitskasse, bieten sich an. So wären beispielsweise regelmäßige Fahrradturniere oder Reparaturchecks in Zusammenarbeit mit dem ADFC denkbar. Mit der Ausrichtung eines Wettbewerbs oder Projekttages können sowohl Lehrer als auch Schüler sich kreativ betätigen und sich dem Thema „Radfahren“ nicht nur in der Theorie, sondern auch gleich in der Praxis widmen. Für ältere Schüler könnten Krankenkassen über die gesundheitlichen Aspekte des Radfahrens aufklären.

Sofern alle Kriterien erfüllt sind, kann sich jede Schule elektronisch über die Bewerbungsplattform im Intranet des Kultusministeriums für die Auszeichnung bewerben.

Durch ein verstärktes Engagement der Schulen, so hofft der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg Winfried Hermann, „sollen schließlich noch mehr junge Leute das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Alltag entdecken“.

2 Bemerkungen

  • Ich finde, das ist eine super Idee. Zu meiner Grundschulzeit kam auch noch die Polizei zur Verkehrserziehung in die Schule und hat in den Ferien tageweise auf einem Verkehrsübungsplatz Radkurse und Geschicklichkeitstrainings durchgeführt. Das war so spannend und lehrreich, dass ich dafür sogar einen Ferientag „geopfert“ habe. Keine Ahnung, ob es sowas heute noch gibt.