Österreichs erste öffentliche Wasserstofftankstelle

Wasserstofftankstelle

Soeben wurde in Österreichs Bundeshauptstadt Wien die erste öffentlich zugängliche Tankstelle für jene Fahrzeuge eröffnet, die mithilfe von Wasserstoff, Brennstoffzelle und Elektromotor angetrieben werden. Politik und Wirtschaft hoffen nun gemeinsam auf eine gute Entwicklung dieses Zukunftsmarkts. Konkrete Pläne für den Aufbau eines flächendeckenden Versorgungsnetzes liegen in Österreich jedoch nicht vor. Der Pkw mit Brennstoffzellenantrieb kommt nur langsam in die Gänge.

Die erste öffentlich zugängliche Tankstelle für Wasserstoff in Österreich öffnete vor wenigen Tagen in Wien ihre Tore. Somit können nun auch jene Fahrzeughalter unkompliziert tanken, die ein Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb besitzen. Solche Fahrzeuge konnten zwar in letzter Zeit ihre Alltagstauglichkeit beweisen, über das Verhalten potenzieller Käufer wissen die Experten jedoch nur unzureichend Bescheid. Die erste Betankungsstation dieser Art dient folglich auch dazu, das Verhalten der Kunden zu untersuchen.

Der Betreiber der Wasserstofftankstelle, das internationale Öl- und Gasunternehmen OMV, setzt in diesem Fall zusätzlich neue Maßnahmen ein, um die Energieeffizienz der Tankstelle selbst zu steigern. So bewirken etwa das Rückgewinnungssystem für Heiz- und Kühlenergie, die Ausstattung mit LEDs und die eigene Anlage zur Gewinnung von Solarenergie eine Einsparung von zirka 50 Prozent der gesamten Energiekosten. So sich diese Maßnahmen in Zukunft als wirtschaftlich erweisen, plant der Konzern, diese in weiterer Folge auch bei anderen Tankstellen zum Einsatz zu bringen.

Entgegen allen optimistischen Erwartungen deutet die allgemeine Entwicklung in Österreich – zumindest derzeit – in eine andere Richtung. Konkrete Pläne für den Aufbau eines flächendeckenden Versorgungsnetzes liegen in der Alpenrepublik nicht vor.

Auch in Deutschland sind aktuell nur rund 15 Wasserstofftankstellen öffentlich zugänglich. Jedoch haben die Bundesregierung und mehrere Konzerne im Zuge einer engen Zusammenarbeit gemeinsam einen realistischen Plan entwickelt, der eine Aufstockung auf 50 Tankstationen vorsieht. Bis 2015 soll dieses Tankstellennetz in der Bundesrepublik erreichtet sein.

Die Zukunft des Brennstoffzellenfahrzeugs mit Wasserstofftank und Elektromotor an Bord scheint vor diesem Hintergrund mit einem Fragezeichen versehen zu sein. Dennoch drängen bereits jetzt mehrere Automobilhersteller in diesen Zukunftsmarkt. Daimler und BMW arbeiten ebenso an der Weiterentwicklung dieser Technologie, wie dies die Konkurrenten Ford, Toyota oder Hyundai tun. Die ersten Schritte in Richtung Markteinführung sind bereits gemacht. Entsprechende Serien mit großen Stückzahlen sollen 2013 folgen.

In den aktuellen Übersichten über sämtliche Kraftfahrzeuge Österreichs führt die Statistik Austria, das statistische Amt der Republik, derzeit kein einziges Brennstoffzellenfahrzeug an. Ein Sprint scheint es für den Pkw mit Brennstoffzellenantrieb wohl nicht zu werden. Vielmehr zeichnet sich hier ein Marathon ab, der wohl über einige Zwischenstationen verlaufen wird.

Joachim Kern

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