Es wird Zeit: EnBW baut Schnellladenetz aus

Die EnBW investiert massiv in das Schnellladenetz. Mindestens 1000 Ladesäulen möchte der Energieversorger bis 2020 entlang von Autobahnen und in Städten errichten.

„Wir wollen das Schnellladenetz bedarfsgerecht sowohl entlang den Autobahnen als auch stadtnah ausbauen“, sagt Amadeus Regerbis, Leiter Ladeinfrastruktur der EnBW gegenüber der Zfk. Die Ziele sind ehrgeizig: So will das Unternehmen die Zahl der Schnelllade-Standorte innerhalb der kommenden drei Jahre von derzeit rund 120 auf 1 000 ausbauen. Dies entspricht mindestens 2 000 Schnelladepunkten. „Wir setzen hierbei auf Skalierbarkeit und verlegen beispielsweise direkt Kabel, die für höhere Leistungen ausgelegt sind, sowie zusätzliche Leerrohre“, unterstreicht Regerbis. So können die Gleichstrom-Ladesäulen von einer derzeitigen Ladeleistung von 50 Kilowatt (kW) auf 150 kW oder mehr nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Um wenn nötig das Stromverteilnetz zu verstärken setzt der Versorger auch auf Pufferspeicher, wie sie beispielsweise ADS-Tec anbietet. So stellte das Nürtinger Unternehmen jüngst zusammen mit der Porsche Engineering Group einen „HPC-Booster“ vor, der im Kombipack mit geeigneten Schnellladesäulen ein Aufladen von Elektroautos mit bis zu 320 kW ermöglicht. „An manchen Standorten kann sich ein Pufferspeicher zur lokalen Netzverstärkung heute schon rechnen“, sagt Regerbis. Denn dort wo das Stromnetz lokal ausgebaut werden muss, kann der Investitionsbedarf für die Installation einer Schnellladesäule schon mal über 100 000 Euro betragen. Die Kosten einer einzelnen Säule belaufen sich im Durchschnitt auf rund 30 000 Euro. Derzeit betreibt EnBW in Kooperation mit Tank & Rast 34 Autobahnstandorte mit 68 Ladesäulen in Baden-Württemberg.

EnBW investiert massiv in das Schnellladenetz

 „Am kostengünstigsten wäre natürlich, wenn wir die Ladestationen immer möglichst in Nähe zum Netzanschluss bauen würden, doch dies ist oft zu weit weg von den Nutzern und damit nicht bedarfsgerecht“, sagt Regerbis. Deshalb hält er es für umso wichtiger, dass der Ausbau intelligenter Stromverteilnetze Hand in Hand mit dem Ausbau der E-Mobilität und der Ladeinfrastruktur geht. Doch warnt er hierbei vor Panikmache. „Man muss erst einmal schauen, wo wirklich ein Bedarf hierfür besteht“. Kein Nadelöhr sieht er auf absehbare Zeit bei der Verfügbarkeit von erneuerbarem Strom für das Laden von Elektrofahrzeugen, wie dies bei der EnBW und praktisch allen anderen Betreibern Standard ist. Eine Million Elektroautos mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern benötigten gerade einmal rund 0,5 Prozent der jährlich erzeugten Strommenge in Deutschland, rechnet er vor.

 „Wir sehen die E-Mobilität als Teil der Energiewende und in der Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen für E-Fahrzeuge den richtigen Ansatz, auch um Feinstaub und Lärm in den Innenstädten zu minimieren“, unterstreicht Regerbis. Deshalb setze man auch auf eine enge Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden. Gerade liefen Gespräche mit acht Kommunen in Baden-Württember um ein stadtnahes Schnellladenetz aufzubauen.

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Als weitere Schritte sieht Regerbis neben dem Laden an Rastplätzen oder Einkaufszenten auch den Aufbau von Schnelllade“hubs“ in Innenstädten, wo die Kunden Ihr Fahrzeug laden und „auch noch etwas anderes machen“ können. Im Innenstadtbereich von Stuttgart baute EnBW mittlerweile schon erste Schnellladepunkte auf.

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