Elektroseifenkiste aus Formholz

Rennholz

Drei kreative Designstudenten der Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) haben ein sehenswertes Elektrogefährt entwickelt, das fast ausschließlich aus Formholz besteht und nur von einem handelsüblichen Akkuschrauber angetrieben wird. Mit ihrer auf den Namen „Rennholz“ getauften Seifenkiste konnten Jirka Wolff, Andreas Patsiaouras und Marcel Heise dann sogar Jury- und Publikumspreis bei einem Akkuschrauberrennen abräumen. Ziel des Projektes war die Entwicklung eines anspruchsvollen Fahrzeugkonzeptes, das als Statement zum Thema E-Mobilität zu verstehen ist.

Obwohl sich die Studenten schon vorab vorgenommen hatten ihre Elektroseifenkiste aus Formholz zu bauen, entstand der erste Prototyp vorerst aus Stahl. Mit dem metallenen Funktionsmodell wurden nämlich vorab das Fahrverhalten sowie der Antrieb getestet und die Größe und technischen Details der eigentlichen Rennholz-Seifenkiste festgelegt. Erst im letzten Teil des zehnwöchigen Entstehungsprozesses wurde das Elektrogefährt dann aus dem leichteren Formholz hergestellt.

Bei diesem Prozess erhielt das Studententeam Unterstützung in Form von Material und technischem Know-how von der auf Formholz spezialisierten Firma Fritz Becker KG aus dem westfälischen Brakel. Bei Formholz handelt es sich um durch Hitze und Druck verformtes Holz, das in erster Linie durch den Einsatz bei Sitzmöbeln bekannt ist. Neben den ökologischen Vorteilen des nachhaltigen Rohstoffes überzeugt das Material durch eine einzigartige Optik und – speziell bei dem doch eher unbequemen Rennholz relevanten – positiven Auswirkungen auf den Fahrkomfort.

Ungewöhnlich ist aber nicht nur das Material, sondern auch der Elektromotor der Seifenkiste: Das Rennholz wird nämlich lediglich von einem handelsüblichen Bosch Akku-Bohrschrauber PSR 18 LI-2 angetrieben und die 18 Volt des Elektrowerkzeuges liefern Power von gerade einmal einer einzige Pferdestärke (PS). Ein derartiger Motor ist auch die Voraussetzung für die Teilnahme am Hildesheimer Akkuschrauberrennen der Fakultät Gestaltung der HAWK. Teams aus bis zu fünf Studierenden liefern sich dabei spannende Rennen um die schnellste Seifenkiste.

Mit dem einzigartigen Konzept für ihr Rennholz aus Formholz erreichte das Team der HAWK Fakultät Gestaltung 1 im Jahr 2011 den ersten Platz der Fachjurybewertung und der Publikumsbewertung.

Matthias Schaffer

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