Mia, meine Mia

Mia mit Ladestation; Foto: mia electric GmbH

Ungewöhnlich, individuell und teilweise exotisch – unkonventionell, abgasfrei und leise: Seit die Elektrisierung im Automobilbereich vorangetrieben wird, kommen immer neue elektrische Concept-Car-Studien für urbane Mobilität auf den Markt. Die Mia ist eine davon.

Auf dem Genfer Automobilsalon im März 2010 wurde das Elektroauto Mia präsentiert. Der freundliche und vergleichsweise konservativ wirkende Micro-Kastenwagen misst in der Kurzversion nur 2,87 Meter (die Langfassung kommt auf 3,19 Meter) und wird durch Lithium-Ionen Akkus gespeist.

Von der Form her erinnert sie eher an einen abgehängten Spielzeugeisenbahnwaggon als an ein Auto. Doch die Mia ist ein Raumsparwunder. Drei Personen samt Gepäck und Wochenendeinkäufen finden in dem von außen zugegebenermaßen etwas beengend wirkenden Kleinstwagen Platz. Ihre Kürze macht die Mia über ihre Höhe von 1,70 Meter wett. Das erleichtert den Einstieg. Zwei Beifahrer sitzen auf der Rückbank, ihre Beine strecken sie links und rechts neben dem Fahrer aus. Das sorgt für Komfort und Bequemlichkeit. Da die Batterien unter den Sitzen gelagert sind, bleibt viel Stauraum. Der 32 Kilogramm leichte Elektromotor ist direkt an den Hinterachsen verbaut und trägt die Mia mit 18 Kilowatt beziehungsweise 24 PS bis zu 150 Kilometern weit durch den Stadtverkehr. Auf der Stadtautobahn braust sie auch mal mit 110 Kilometern pro Stunde davon.

Die Bedienung ist so unkompliziert wie intuitiv: Zündschlüssel nach rechts drehen bringt voran, Zündschlüssel nach links drehen legt den Rückwärtsgang ein. Auf Gangschaltung oder Kupplung wird verzichtet. Rund 18.000 Euro soll die Mia in Deutschland kosten. Dafür erhält man zwar nur den kleinsten der drei verfügbaren Akkusätze, der für 100 Kilometer reicht, aber die Energiekosten dafür liegen bei sage und schreibe 1,40 Euro.

Gebaut wird die Mia von einem Joint Venture, bestehend aus Con-Energy und dem saarländischen Pharmaunternehmen Edwin Kohl, die im vergangenen Jahr die Elektrosparte des insolventen französische Hersteller Heuliez gekauft hatten. Der Verkaufsstart für die Mia war im Oktober. Zahlreiche Elektro-Fans haben bereits Interesse an dem kleinen Stadtflitzer angemeldet und die Serienproduktion beginnt im Juni 2011. In Aachen wurden im vorigen Jahr die ersten Ladestationen von den Stadtwerken Aachen für die Mia errichtet.

Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • Sehr geehrte Frau Lehnert,
    ich verstehe nicht wie diese günstigen Betriebskosten zustande kommen.
    Bei meinem Stromanbieter bezahle ich 23Cent/kWh für den Ökostrom
    Und zusätzlich bietet mein Stromanbieter auch keinen Billigtarif für Nachtspeicher/ Wärmepumpen etc. an.
    Wie haben Sie diese Kosten für eine Ladung der Batterien ermittelt?
    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Z