Elektroauto fährt 800 Kilometer weit

Weltrekord - ein Grund zu feiern!

Der Akku ist das Herzstück eines Elektroautos, aber auch gleichzeitig seine größte Schwachstelle. Bei Reichweiten zwischen 80 und 150 Kilometern sind die batteriebetriebenen Fahrzeuge bisher keine ernsthafte Konkurrenz zu Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren, die teilweise Strecken von über 1.500 Kilometern mit einer Tankladung schaffen. Dass sich laut einer GfK-Umfrage 60 Prozent der potentiellen E-Autokäufer zumindest Reichweiten jenseits der 400 Kilometer-Marke wünschen, zeigt deutlich dass in diesem Bereich noch technischer Verbesserungsbedarf besteht. Während das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung unlängst deutlich höhere Reichweiten erst für das Jahr 2030 prophezeite, hat in China ein umgebauter Zotye M300 die über 800 Kilometer lange Strecke zwischen Shenzhen und Nanning mit einer einzigen Akkuladung zurückgelegt.

Der Mann hinter diesem neuen Weltrekord ist der oberitalienische Industrielle Marco Loglio. Bereits 1989 träumte er davon, dass die Menschheit sich ohne Verbrennungsmotoren fortbewegt und gründete das Unternehmen Torpedo Auto Elettriche. Von Fehlschlägen nach einem gescheiterten Joint-Venture ließ sich der Visionär nicht von seiner Idee abbringen und nun präsentierte er gemeinsam mit seinem chinesischen Kooperationspartner China Hitech Fund eine innovative und umweltfreundliche Antriebstechnik für Autos.

Möglich machte den neuen Reichweitenrekord von über 800 Kilometern ein von Vantage Global Power konzipierter Akku mit einer Packdichte von 280 Watt je Kilogramm. Die innovative Batterie wird gänzlich ohne seltene Erden und teure Materialien hergestellt und besteht aus vier Elementen, von denen Marco Loglio allerdings nur zwei verrät: Lithium und Vanadium. Laut dem Italiener liegt das eigentliche Geheimnis der Technologie „in der Software, die das gesamte Antriebssystem steuert und so effizient macht.“ Das dazugehörige Patentverfahren steht kurz vor dem Abschluss und Loglio zeigt sich von seiner Kooperation mit den Chinesen begeistert: „In China ticken die Uhren anders als in Italien – hier können Ideen auch sehr rasch umgesetzt werden.“

Matthias Schaffer

4 Bemerkungen

  • Mit Individualverkehr auf der Schiene könnte das Reichweitenproblem der Elektromobilität recht elegant gelöst werden. Damit kann man selbst während der Reise die Akkus seines Autos aufladen. Dann reichen nämlich nur kurzstreckentaugliche Akkus und man bekommt damit einen Massenmarkt für das Elektroauto selbst mit heutiger Akkutechnik. Hier kann man sich den Vorschlag anschauen: http://www.astrail.de/railtaxibilder.htm . Solchen Verkehr kann und sollte man als Bestandteil eines größeren Konzeptes sehen. http://www.astrail.de/astrailh.htm und http://www.astrail.de/Uebersicht.pdf , das es auch als interaktive Mindmap gibt http://www.astrail.de/Uebersicht1.pdf (funktioniert aber nur mit Adobe-Reader).

    Mit freundlichen Grüßen
    Christoph Müller

  • Mir selbst kommt ein reines E-Auto jedenfalls nicht in die (nicht vorhadene) Garage, gerne aber ein E-Auto mit intelligentem Range Extender. Von einer Brennstoffzelle mit Wasserstoff, einem Drei-Zylinder (siehe BMW i8), einem kleinen 2-Zylinder-2-Takt-Motor oder sogar einem Wankel kann ich mir dafür alles vorstellen, aber nur auf eine Batterie werde ich mich sicher nicht verlassen.

    Das gute am Range Extender ist ja, dass man ihn nur in Notfällen braucht, z.B. wenn ein Stau mal wesentlich länger dauert als geplant, oder man Nachts auf der BAB eingeschneit wird (alles schon erlebt). Dafür muss dieser gar nicht stark sein, im Notfall reichen auch 20 kW, um weiterzukommen, oder zumindest das Auto heizen zu können.

    Die derzeit propagierten Hybride sind (…) unsinnig, da viel zu schwer. In meinen Augen ist das nichts weiter als ‚Toys for the Boys‘ , wehe wenn man die Ingenieure einfach werken lässt, ohne klare Vorgaben. TOYOTA’s viel beschworener ‚Vorsprung‘ bei den Hybriden ist wohl erst dann ein solcher, wenn sie es schaffen mit jedem Auto wirklich echtes Geld zu verdienen. Das ist im Moment definitv nicht der Fall, der Prius kann bestenfalls kostendeckend produziert werden, was ein Gewinnvergleich zwischen VW und TOYOTA ja sehr deutlich aufzeigt …..