Elektrisch durch den Alltag | Teil 1

Elektroauto

Marktfähigkeit, Kundenwunsch und Nachhaltigkeit zählen zu den Schlüsselkriterien, wenn es darum geht, die zukünftige Entwicklung des Elektroautos zu prognostizieren. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Menschen die Frage nach dem tatsächlichen Zweck eines E-Autos stellen. Das CleanEnergy Project testet daher drei reine Elektroautos, die auch in Serie gefertigt werden. Diesmal jedoch bleiben technische Details wie Motorleistung, Drehmoment oder Beschleunigung außer Acht. Im Fokus: die Alltagstauglichkeit.

Drei reinrassige Elektroautos. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass sich einem Werbefachmann die Gelegenheit eröffnet, gleich drei unterschiedliche Elektrofahrzeuge über einen längeren Zeitraum hinweg ausführlich zu testen. Umso größer ist daher die Vorfreude, die sich auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt einstellt. Da stehen sie also, aufgereiht in Reih und Glied, mittels Stromkabel mit der jeweiligen Wallbox verbunden.

Das Trio besteht aus der Limousine Renault Fluence Z.E., dem kompakten Nissan Leaf und dem wendigen Mitsubishi i-Miev. Von den Ladestationen fließt jener Strom in die Batterien der drei Autos, der den Kraftstoff der kommenden Tage und Wochen darstellt. Angeblich wird dieser zur Gänze nachhaltig produziert. Perfekt.

E-Autos Fahrbericht 1 mittelIn der Stadt. Im innerstädtischen Verkehr gilt es freilich, sich stets vor Augen zu halten, dass die Fahrzeuge praktisch lautlos, sozusagen im Stealth-Modus, unterwegs sind. Fahrradfahrer und Fußgänger ignorieren häufig ein sich geräuschlos näherndes Auto. Weit vorausschauendes Fahren ist daher im innerstädtischen Bereich unvermeidbar.

Relativ unerwartet ist der Umstand, dass viele Autofahrer deutlich rücksichtsvoller agieren, wenn sie bemerken, dass der Lenker eines Elektroautos die Fahrspur wechseln möchte. Hier scheint die Neugier auf ein Fahrzeug mit Elektroantrieb im Alltagsverkehr groß genug zu sein, um auch einmal auf den eigenen Vorrang zu verzichten.

Ebenso auffallend ist die Tatsache, dass ein Elektroauto nach wie vor automatisch dazu führt, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dabei kristallisiert sich heraus, dass Fahreigenschaften und Leistung untypischerweise zu unwesentlichen Randthemen werden. Die einzigen zwei Themen, die den Großteil der Gesprächspartner interessieren, sind die Reichweite und die Ladezeit. Selbst die Frage nach dem Preis wird nur selten gestellt.

Jede Menge Spaß. Im Prinzip ist das Fahren mit allen drei Automobilen so simpel wie Gokartfahren. Selbst Autofahrer, die normalerweise einen vorsichtigen Fahrstil bevorzugen, begeistern sich von Anfang an für das tolle Beschleunigungsverhalten eines E-Autos. Ein kurzes Tippen auf das Gaspedal, und sofort steht das volle Drehmoment des Motors zur Verfügung. Ebenso auffallend ist, dass auch jene Fahrer, die sich ansonsten als hartgesottene Fans der klassischen Handschaltung deklarieren, anstandslos das Automatikgetriebe akzeptieren.

Ein leidiges Thema: öffentliche Schnellladestationen. Irgendwann stellt sich jedoch die entscheidende Frage: Wo kann das E-Auto rasch aufgeladen werden? Ein Rundgang durch die hauseigene Tiefgarage führt zu der Erkenntnis, dass es in der gesamten Garage nicht einmal für jenes Ladekabel, welches für gängige Haushaltssteckdosen geeignet ist, eine erreichbare Anschlussmöglichkeit gibt. Eine Recherche im Internet ergibt, dass es zwar reichlich öffentlich zugängliche Ladepunkte in der näheren Umgebung gibt, jedoch befindet sich darunter lediglich eine Elektrotankstelle, die entsprechend ausgerüstet ist, um die Batterie auch im Schnelllademodus aufzuladen.

Generell sind öffentliche Schnellladestationen nach wie vor äußerst spärlich vorhanden. Ein Umstand, der angesichts der Tatsache, dass Industrie und Politik die Elektromobilität jahrelang forcierten, für ziemliche Verwunderung sorgt. Folglich wird das jeweils aufzuladende Elektroauto einfach an der ursprünglichen Ladestation aufgeladen, wo es in solchen Fällen bis zu seinem nächsten Einsatz, zumindest jedoch über Nacht, bleibt.

Lesen Sie hier Teil 2 des Artikels (ab 14. Juli) und erfahren Sie mehr über die tatsächliche Reichweite der getesteten Elektroautos.

Joachim Kern

2 Bemerkungen

  • Es ist mir völlig unbegreiflich, warum bei diesem Test auf 3 Fahrzeuge gesetzt wird, die in keinster Weise mehr dem aktuellen Stand entsprechen. Alle 3 sind prima e-mobile, aber der e-smart und vor allem der ZOE sind doch technologisch hier Welten voraus. Vom Tesla mal ganz zu schweigen.