Edison2 eVLC: Elektroauto im Science-Fiction-Look

Edison2 VLC2

Das im amerikanischen Lynchburg, Virginia, ansässige Unternehmen Edison2, rund um den in Deutschland geborenen Gründer und CEO Oliver Kuttner, gewann mit seinem Very Light Car im Jahr 2010 den Progressive Insurance Automotive X Prize. Mit dem stattlichen Preisgeld von fünf Millionen US-Dollar wurde nicht nur das Very Light Car weiter entwickelt, sondern auch eine elektrisch betriebene Version des aerodynamischen Flitzers gebaut und auf den Namen eVLC, kurz für “electric Very Light Car“ getauft.

Der silberne Viersitzer aus der Edison2-Werkstatt wiegt gerade einmal 517 Kilogramm und wird von einer 10,5-Kilowattstunden- Batterie mit der nötigen Power versorgt. Damit erreicht das Fahrzeug mit dem futuristischen Design eine Reichweite von beeindruckenden 183 Kilometern. Das Geheimnis dieser beeindruckenden Effizienz liegt in der ganz besonders leichten und windschnittigen Bauweise, die für einen Luftwiederstandsbeiwert von 0,16 sorgt.

Da gerade die Batterien bei Elektroautos nicht nur das Gewicht, sondern auch den Preis in die Höhe treiben, kann der amerikanische Fahrzeugbauer mit der aerodynamischen Konstruktion seines eLVC gleich doppelt punkten. Das könnte insofern noch eine Rolle spielen, als Edison2 sein Elektrofahrzeug trotz der äußerst gewagten Optik auch fit für den Straßenverkehr machen möchte. Demnächst sollen erste Crashtests stattfinden. Prinzipiell sind die Erfinder aber zuversichtlich, dass sie ihr silbernes Elektroauto mit den erforderlichen Sicherheitsmerkmalen ausstatten können.

Was bleibt, ist allerdings die Frage, ob sich Elektroautos überhaupt jemals durchsetzen können und wenn ja, ob das auch einem Gefährt mit dem Science-Fiction-Look eines „electric Very Light Car“ gelingen kann. Der auch als „Autopapst“ bezeichnete Automobilexperte Professor Dr. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen steht beidem eher skeptisch gegenüber. So werden batteriebetriebene Autos seiner Ansicht nach „ein Nischenprodukt bleiben“. Das eLVC erinnert den Fachmann „an das Opel-Raketenauto RAK2“ und er findet „das Konzept mit der engen Kabine zu eingeschränkt” für den normalen Straßenverkehr.

Matthias Schaffer

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