E10 und Wasserstoff – Zwei Bio-Kraftstoffe im Vergleich

Der Trend zur globalen Erwärmung scheint sich fortzusetzen. 2011 lag die globale Durchschnittstemperatur bei 14,4 Grad Celsius und damit ein halbes Grad über dem langjährigen globalen Durchschnitt.

Der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) hat zwei Bio-Treibtoffe verglichen und kommt zu folgender Schlussfolgerung: Mit Windkraft erzeugter Wasserstoff (für Brennstoffzellen) hat eine günstigere Energie- und Umweltbilanz als das neue Bio-Benzin E10.

Über den Einsatz von E10 wird aktuell heftig diskutiert. Ob die Beimischung von zehn Prozent Ethanol zum Benzin dem Motor gut tut, ist die eine Frage. Ob dies auch der Umwelt tut gut, eine andere.

Es gibt Besseres für die Umwelt als E10, zum Beispiel Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, ist man beim Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) in Berlin überzeugt. Kurz- und mittelfristig gilt die Nutzung von Überschüssen aus der Windenergie für die Elektrolyse von Wasser als die wirtschaftlichste und nachhaltigste Methode für die Erzeugung des Wasserstoffs als „grüner“ Fahrzeugkraftstoff.

Wasserstoffgewinnung steht nicht in Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln
Wer 50 Liter E10 tankt, hat fünf Liter Ethanol im Tank. Für die Gewinnung dieser Menge Ethanol werden zum Beispiel 12,5 Kilogramm Weizenkörner benötigt. Wer also im Durchschnitt sechs Liter E10 auf 100 Kilometer verbraucht, „verfeuert“ auf dieser Strecke 1,5 Kilogramm Brot. Zugleich stammt E10 energetisch immer noch zu 93 Prozent aus fossilen Quellen.

Die Ackerfläche für die Rohstoffe, aus denen man fünf Liter Ethanol gewinnt, beträgt 20 Quadratmeter. Windturbinen benötigen für die Erzeugung derselben Energiemenge nur 2,9 Quadratmeter. Hinzu kommt, dass ein Brennstoffzellenauto mit derselben Energiemenge mindestens 1,8 Mal so weit fährt wie eines mit Verbrennungsmotor.

Windturbinen „verbrauchen“ wenig Fläche
Anders als bei E10 gibt es bei der Nutzung von Wasserstoff auch keine Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Windturbinen beanspruchen auf dem Boden viel weniger Fläche als in der Luft. Es handelt sich etwa um ein Verhältnis 1:100. Rund um die Turbinen können Nahrungsmittel angebaut werden oder andere Nutzpflanzen. 

2 Bemerkungen

  • Wasserstoff ist sicher eine Lösung, allerdings auch sehr aufwändig im transport und der Lagerung!
    Eine Umwandlung mit Kohlenstoff aus der Luft zu Methan und Butan hätte den Vorteil einer bereits existierenden Infrastruktur. Nichts anderes ist ja LPG! Ich hatte schon vor fast 20 jahren einen umgerüsteten Bulli problemlos in den Niederlanden betrieben.