E-Mobilität als nachhaltige Alternative für Nutzfahrzeuge

nachhaltige E-Mobilität
Die Einführung von Elektro-Nutzfahrzeugen soll Herstellern zufolge viele Vorteile mit sich bringen

Das Problem ist bekannt: Anhaltend hohe Stickstoffdioxid-Belastungen in zahlreichen deutschen Städten und Ballungsgebieten stellen mittlerweile ein akutes Gesundheitsrisiko dar. Die Schuld sehen Experten vor allem bei Fahrzeugen mit dieselbetriebenen Motoren, denen nun teilweise mit einer Einführung der Blauen Plakette das Aus droht. Dies könnte auch Handwerksbetriebe und den gesamten Bereich Nutzfahrzeuge empfindlich treffen. Die Einführung von Elektro-Nutzfahrzeugen soll, laut Aussagen von Herstellern, nicht nur wirtschaftlich eine sinnvolle Alternative darstellen, sondern auch weitere Vorteile bieten.

Allein im Baugewerbe werden laut Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rund 91 Prozent der Fahrzeuge mit Diesel angetrieben. Dennoch ist, angesichts der aktuellen Situation, die Einführung eines Fahrverbots in absehbarer Zukunft wahrscheinlich, da der rechtliche EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft Experten zufolge mit anderen Schritten nur schwer einzuhalten sei. Das bestätigt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung. In der Publikation „Elektromobilität in gewerblichen Flotten“[1] verweisen die Autoren auf entsprechende Studien, die fast einhellig zu dem Schluss kommen, der motorisierte Individualverkehr müsse langfristig weitgehend auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Sollte das Fahrverbot für alle Dieselfahrzeuge, die die Euro-Norm 6 nicht erreichen, tatsächlich flächendeckend in Städten eingeführt werden, hätte das auch weitreichende Folgen für Handwerksbetriebe.

Ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (Stand: 02.03.2017) fordert daher bis zum Ende des Jahres vom Freistaat Bayern und der Stadt München ein vollzugsfähiges Konzept, wie ein Diesel-Fahrverbot umgesetzt werden kann. Wirtschafts- und Handelsverbände befürchten ökonomische Katastrophen. Eine Umfrage der Handwerkskammer München ergab, dass etwa 62% der bayerischen Betriebe starke Umsatzeinbußen verkraften müssten oder sogar in ihrer Existenz bedroht wären (Stand: 20.02.2017).

Der Wechsel zur E-Mobilität kann sich auch bei Nutzfahrzeugen rechnen

Verbände wie Politiker verlangen zwar Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen, doch werden mittel- bis langfristige Alternativen folgen müssen. Die Bundesregierung erkennt in der Markteinführung verbrauchsarmer Nutzfahrzeuge einen zentralen Lösungsweg für das Problem, was sie auch mit zehn Millionen Euro fördert.

Entwickler und Hersteller aus dem Gebiet der E-Mobilität wollen mit neuen Ansätzen bei Nutzfahrzeugen Alternativen bieten, die sich zeitnah rechnen und einen Umstieg möglich machen.  Auch die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts bestätigen ökonomisch günstige Perspektiven für den Absatz elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge – besonders bei flexiblen Modellen, die den Einbau unterschiedlich großer Batterien für die Reichweiten-Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen ermöglichen.

Ein weiterer Vorteil von E-Nutzfahrzeugen in der Praxis: Dank der „Vierten Verordnung über Ausnahmen zu den Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung“ (Stand: 31.12.2014) ist zum Manövrieren von elektrischen Nutzfahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von 4,25 t ein Führerschein der Klasse B ausreichend.

Eine Infografik des Fahrwerksspezialist AL-KO Fahrzeugtechnik stellt Kosten sowie Kriterien zu Nutzung und Einsatz von Diesel- und elektrischen Nutzfahrzeugen gegenüber.

[1]  Plötz et. al. (2017): Elektromobilität in gewerblichen Flotten. Karlsruhe: Fraunhofer ISI.

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