Deutschlands erste Solar-Wasserstofftankstelle in Freiburg

Solare Wasserstofftankstelle

Vergangene Woche ist auf dem Gelände des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE die erste solare Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen worden. Die Zapfstelle ist die erste ihrer Art bundesweit, die mit erneuerbarer Energie auskommt. Eine Solaranlage auf dem Tankstellendach stellt die für die Wasserstoffherstellung nötige Energie zur Verfügung.

Wasserstoff ist im Grunde keine Energiequelle, sondern nur ein Energiespeicher, der entsteht, wenn Wasser elektrolytisch in seine Bestandteile Wasser und Sauerstoff zerlegt wird. Die im Gas gespeicherte Energie kann wieder freigesetzt werden, indem die chemische Reaktion etwa in einer Brennstoffzelle umgekehrt wird. Die Wasserstoffumwandlung ist jedoch nur nachhaltig, wenn die zugeführte Prozessenergie aus erneuerbaren Energien stammt, beispielsweise einer Solaranlage. In Deutschland ist bislang ein gutes Dutzend Wasserstofftankstellen in Betrieb, etliche davon an Flughäfen. Die Zapfstelle auf dem ISE-Gelände in Freiburg ist jedoch die erste, die regenerativ erzeugten Strom verwendet.

Gefördert vom Umweltministerium Baden-Württemberg dient die öffentlich zugängliche Tankstelle als Forschungsplattform und soll gleichzeitig das im Entstehen begriffene Wasserstoff-Tankstellennetz im Land ergänzen. Die Wasserstofftankstelle deckt die gesamte Energiekette vom regenerativ erzeugten Strom über die Elektrolyse bis zur Betankung auf. Die Anlage besteht aus einem 30 bar-Druckelektrolyseur, einem mechanischen Kompressor zur Verdichtung von Wasserstoff auf 700 bar, Zwischenspeichern auf zwei unterschiedlichen Druckstufen sowie Zapfsäulen mit Dispensern, die die Betankung von Brennstoffzellen betriebenen Pkw, Bussen und Fahrrädern ermöglichen. Überschüssiger Strom aus der Solaranlage wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Brennstoffzellenantriebe werden weithin als vielversprechende Antriebsalternative angesehen. Mit Brennstoffzellen betriebene Elektrofahrzeuge können bei einer Betankungszeit von nur drei Minuten eine Reichweite von über 400 Kilometer erzielen; das lässt ‚herkömmliche‘ Elektrofahrzeuge alt aussehen. Während namhafte Automobilhersteller in den kommenden Jahren Brennstoffzellengefährte jenseits der Kleinserie herstellen wollen, haben führende Firmen der Mineralölwirtschaft und Energieversorger die gemeinsame Initiative H2 Mobility gegründet, die bis 2017 eine flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland aufbauen will.

„Die konsequente Transformation unseres Energieversorgungssystems hin zu hundert Prozent erneuerbaren Quellen zählt zu den wesentlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren. In der Speicherfrage spielt dabei der Wasserstoff eine herausragende Rolle, da hierdurch überschüssiger Strom im Netz in beliebigen Mengen gespeichert werden und dann bedarfsgerecht beispielsweise in die Mobilität überführt werden kann“, erklärte Prof. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, im Rahmen der feierlichen Einweihung der solaren Wasserstofftankstelle. „Die Elektrifizierung des Individualverkehrs stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer emissionsfreien und nachhaltigen Mobilität dar“, ergänzt Dr. Christopher Hebling, Bereichsleiter Energietechnik am Fraunhofer ISE.

Die zur Einweihung geladenen Gäste durften Probe tanken und mit Brennstoffzellen betriebenen Pkws Probe fahren, darunter einem Mercedes-Benz F-CELL World Drive. Außerdem konnte das neu geschaffene TestLab Brennstoffzelle am Fraunhofer ISE besichtigt werden.

Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • Hallo Clean Energy … das Thema Wasserstoff wird immer noch vage behandelt. Neben anschaulichen technischen Aussagen sollten Fragen zu Preisen respektive Preisstellungen näher erklärt werden, als da sind :
    1) Was kosten wasserstoffgetriebene KFZ, Fahrräder etc. ?
    2) Wie sind die spezifizierten Kosten für Wasserstoff ?
    3) Welche Kriterien werden dazu bei der KFZ.-Steuer etc. zu
    beachten sein ?