Das Elektroauto zum Ausdrucken

Urbee 2 - Das Elektroauto zum Ausdrucken

In seiner Rede zur Lage der Nation sprach US-Präsident Barrack Obama Anfang Februar 3D-Druckern das Potential zu „die Art und Weise, wie wir fast alles machen, zu revolutionieren“. Welch fragwürdige Ausmaße das annehmen könnte, vermittelte unlängst Cody Wilson, dessen Geschichte durch die Medien geisterte. Der Waffenfan stellte Dateien ins Netz mit deren Hilfe sich eine funktionsfähige Kunststoffpistole drucken lässt. An einer sehr viel produktiveren Nutzung der Technologie arbeitet hingegen der amerikanische Ingenieur Jim Kor. Sein Ziel war es, das „grünste“ Fahrzeug der Welt zu bauen und das Ergebnis ist eine Kreation mit dem Namen Urbee 2: ein dreirädriges Hybridauto, dessen Plastikbauteile – abgesehen von Motor und Chassis – komplett aus dem 3D-Drucker stammen.

Ein klarer Vorteil dieser Produktionsweise ist, dass der Urbee 2 mit einem Gewicht von unter 600 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht ist. Somit lässt sich das Vehikel schon mit relativ geringer Antriebsenergie bewegen – zum Einsatz kommt dabei die Kombination aus einem 36-Volt-Elektromotor (für den Betrieb in der Stadt) und einem Zehn-PS-Verbrennungsmotor, der Geschwindigkeiten von über 100 Kilometer pro Stunde ermöglicht. Und dabei verbraucht Urbee 2 gerade einmal zwischen ein und drei Liter Diesel oder Ethanol.

Die Teile seines Fahrzeuges lässt Jim Kor bei dem Unternehmen RedEye fertigen, das sich auf 3D-Druckerei spezialisiert hat. Auf Grundlage der digitalen Baupläne arbeiten die hochwertigen Drucker dort 2.500 Stunden lang an den Einzelteilen von Urbee2. Dabei wird ABS-Plastik (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat) geschmolzen und in hauchdünnen Schichten übereinander gespritzt. Das Ergebnis nach dem Aushärten des Materials sind die Einzelteile von Urbee 2, aus denen dann von Hand das schnelle Hybrid-Dreirad zusammengebaut wird. Für die Zukunft plant der Ingenieur diese Einzelteile auf nur 50 Stück zu reduzieren.

Das besondere Design des Hybridautos ist übrigens der aerodynamischen Form eines Wassertropfens nachempfunden und im Innenraum ist genug Platz für zwei Personen. Eine Art Überrollkäfig erhöht dabei die Sicherheit der Insassen. Abhängig von den gesetzlichen Vorschriften in einem Land soll Urbee 2 entweder als Auto, oder als Motorrad zugelassen werden. Wie das im Detail aussehen kann, ist allerdings noch unklar – ebenso wie der endgültige Preis. Somit ist es – wie auch Erfinder Jim Kor zugibt – noch ein weiter und wohl auch teurer Weg, bis Urbee 2 vielleicht irgendwann in Serie hergestellt, oder besser gesagt ausgedruckt werden kann.

Matthias Schaffer

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