Chinese erfindet Windauto

Windauto

Elektroautos sind nur dann wirklich klimafreundlich, wenn sie ihre Energie aus regenerativen Energien gewinnen. Wie einfach das sein kann, zeigt uns ein chinesischer Garagentüftler, der sein Elektromobil kurzerhand mit einem Windrotor ausgestattet hat.

Nein, das ist keine nostalgische Propellermaschine im Kleinformat, mit der Tang Zhenping da angedüst kommt. Das ist die Zukunft der Elektromobilität, wie der chinesische Farmer aus Banjiehe in der Nähe von Peking sie sich vorstellt. In nur drei Monaten hat der 55-Jährige ein eigenes Elektroauto entworfen: Er hat Elektromobilität mit Windkraft gekoppelt und sein E-Mobil mit einer Windturbine an der Spitze versehen, die zusätzlich Strom generiert.

Das Auto funktioniert im Grunde wie eine Windmühle, erklärte Tang. Seiner Meinung nach hat die Turbine eine dreimal so hohe Lebensdauer wie eine Elektrobatterie. Der kleine hellblaue Elektroflitzer muss ungefähr 65 Kilometer pro Stunde erreichen, dann setzen sich die Turbinenblätter in Bewegung und erzeugen schadstofffreie Energie.

Der Entwurf des Prototypen kostete Tang umgerechnet rund 1.250 Euro. Nach Tangs Aussage könnte das Auto in Massenproduktion noch weniger kosten. Der Motor besteht aus Schrottteilen eines Motorrads und eines Elektrorollers. Auch die Turbine besteht aus Schrottmetallen.

Tang Zhenping träumt bereits seit 30 Jahren davon, solch ein Elektroauto zu bauen, konnte aber bisher niemanden für seine Idee begeistern. Nun hofft er, dass Autohersteller Notiz nehmen von seiner Erfindung.

2009 hat China die USA als größten Automobilmarkt überholt. Täglich laufen geschätzte 40.000 neue Autos von den Fließbändern und Voraussagen zufolge werden in China Mitte des Jahrhundertes eine Billionen Pkw auf den Straßen unterwegs sein. Ein Horrorszenario für die Umwelt.

Die chinesische Regierung will bis 2020 fünf Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge herstellen lassen und unterstützt die Entwicklung von sauberen Fahrzeugen massiv. Im letzten Jahr wurden jedoch nur rund 8.000 Elektrofahrzeuge verkauft – angeblich sind die chinesischen Modelle unausgereift und teuer.

Tang Zhenping hofft, dass sein Windturbinenauto das Problem lösen könnte. Er habe das Auto gebaut, weil er sich Sorgen um den Benzinpreis gemacht habe. Aber dieses Auto könne auch die Umwelt schützen. Wenn er in die Stadt fahre, merke er, dass die Luft richtig stinkt.

Tang hat das Auto in völliger Eigeninitiative gebaut. Der Bauer hat keine Ingenieursausbildung oder Mechanikerlehre absolviert, sondern lediglich eine Grundschulausbildung. Seinem Erfindungsreichtum hat dies jedenfalls keinen Abbruch getan. Er möchte seine ‚Blue Hornet‘, wie er seinen Windflitzer liebevoll nennt, auf chinesischen Autobahnen sehen, erklärt Tang.

Josephin Lehnert

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