Bosch: Neue Batterien sollen E-Mobility voranbringen

Elektroauto Zapfsäule
Elektroauto Zapfsäule

Mit leistungsstärkeren Festkörper-Lithium-Batterien möchte Bosch Elektroautos zu einem größeren Durchbruch verhelfen. Mit einer Serienproduktion ist allerdings erst in fünf Jahren zu rechnen.

Die Energiedichte der neuen Festkörperbatterie ist etwa doppelt so hoch wie bei Batterien in heutigen Elektroautos. Gleichzeitig gelten sie als brandsicherer und das Gewicht der Akkus ist geringer.

„Mit der neuen Batterie mit Festkörperzelle können wir die Reichweite von Elektroautos von derzeit 150 Kilometer auf 300 Kilometer verdoppeln“, so Joachim Fetzer, Vorstand des Geschäftsbereichs Gasoline Systems bei Bosch bei der Fachmesse World of Energy Solutions in Stuttgart. Anfang September kaufte Bosch das kalifornische Startup-Unternehmen Seeo auf, das diese Technologie entwickelt hat. Aufgrund nötiger weiterer Entwicklungsarbeiten sei allerdings erst mit einer Serienfertigung ab 2020 zu rechnen, so Fetzer. Er kündigte eine verstärkte Zusammenarbeit von Bosch mit europäischen Zulieferern wie der Manz AG aus Reutlingen an, um die neue Technologie marktreif zu machen. „Wir brauchen eine verstärkte Kooperation der gesamten Industrie, um Deutschland Europa als Standort für die Batterieproduktion zu sichern“, unterstrich Fetzer. Denn derzeit werden Batterien fast ausschließlich in Asien und den USA produziert, in Deutschland gibt es derzeit keinen größeren Batterie-Zellhersteller mehr.

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer vermelden zwar steigende Absätze für die Batterieproduktion (plus 3,2 Prozent in 2015), doch fast ausschließlich ins außereuropäische Ausland. „Wenn wir keine Referenzprojekte in Deutschland und Europa mehr haben, ist mittelfristig auch unser Auslandsgeschäft gefährdet“, warnte der Vorstandsvorsitzende der Manz AG Dieter Manz. Entsprechend sei eine aktive Industriepolitik gefordert. „Doch wir müssen dazu unsere eigenen Hausaufgaben erledigen, Innovationen voranbringen und die Kosten weiter senken“, betonte Fetzer. Ziel müsse es sein, die Kosten der Batterien für E-Autos auf deutlich unter 100 Euro pro Kilowattstunde zu senken, „alles andere ist nicht mehr weltmarktfähig“. Nötig sei auch der verstärkte Aufbau einer Ladeinfrastruktur nach dem Vorbild von Holland, wobei sich Fetzer für leistungsstärkere Schnellladestationen mit 200 Kilowatt aussprach, derzeit üblich sind 3,3 Kilowatt, Tesla betreibt Ladestationen mit 100 Kilowatt.

Dass Deutschland strategisch attraktiv als Batterieabsatzmarkt für Elektroautos ist, zeigt das Engagement chinesischer Hersteller. So kündigte die staatliche China Aviation Lithium Batteries auf der Fachmesse an, Anfang Januar in Kirchheim/Teck ein neues Logistik- und Servicezentrum zu eröffnen.

1 Kommentar

  • Aha, in 5 Jahren will Bosch dann Elektromobilität mit 300 Kilometer Reichweite möglich machen.
    Tesla’s Modell S fährt heute bereits bis 600 Kilometer weit, also die doppelte Strecke!
    In 5 Jahren ist Tesla dann sicher bei 1000 Kilometer. Mehr muss man nicht sagen.