Belgische Wissenschaftler forschen an Elektromotor ohne seltene Erden

Focus Electric

Trotz eifriger Bemühungen der Politik hat die Elektromobilität bisher nicht richtig Fahrt aufgenommen. Das liegt vor allem daran, dass die Autos teuer sind, eine geringe Reichweite haben und in den Augen vieler Autoliebhaber einfach keine richtigen Autos sind. Dem dritten Punkt lässt sich rational nicht viel entgegen setzen, aber für die beiden ersten bietet ein belgisches Forscherteam einen neuen Lösungsansatz an. Das Unternehmen Inverto (eine Ausgründung der Universität Gent) ist dabei einen Motor zu entwickeln, der sowohl billiger als auch Leistungsfähiger sein soll, als der herkömmliche Elektromotor.

Billiger soll der Motor vor allem deshalb werden, weil er ohne seltene Erden auskommt. Die werden derzeit vor allem von China exportiert, das somit die Preise diktieren kann. Dieser sogenannte Reluktanzmotor arbeitet nicht wie die meisten anderen Elektromotoren mit einem Dauermagneten, sondern mit einem Rotor aus weichmagnetischem Metall. Es reicht also Eisen für die Herstellung aus.

Der Antrieb erfolgt beim Reluktanzmotor nicht durch einen Magneten, sondern durch Spulen, die erst magnetisch werden, wenn auch tatsächlich Strom fließt. Dadurch werden die Motoren sparsamer, erreichen somit eine höhere Reichweite und sie erlauben höhere Drehzahlen.

Noch im April 2013 soll der neue Motor in einem Land Rover Evoque getestet werden, in der zweiten Jahreshälfte sollen Straßentests folgen. Ob sich der neue Motor, dann durchsetzen kann bleibt abzuwarten, denn vor allem die deutsche Autoindustrie zeigt sich bisher skeptisch.

Judith Mantei

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