Audi stellt Highend-Pedelec vor

Das Audi e-Bike Wörthersee

Der zum VW-Konzern gehörende Autohersteller Audi hat auf der bekannten „Wörthersee Tour“ in Österreich ein Highend-Pedelec vorgestellt, das seinesgleichen sucht. Mit einem Touchscreen, Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde und einem eigenen Wheelie-Modus, der Fahren allein auf dem Hinterrad ermöglicht, gibt das innovative E-Bike Wörthersee einen kleinen Vorgeschmack auf die möglichen Pedelecs der Zukunft. Mit dem speziell für „Sport, Fun und Tricks“ entworfenen Elektrofahrrad lotet das deutsche Unternehmen, laut eigenen Angaben, „die Grenzen des technisch Machbaren in den Feldern Gestaltung, Leichtbau, Vernetzung und Elektromobilität neu aus“.

Die Ausstattung des Highend-E-Bikes kann sich auch tatsächlich sehen lassen: Neungangschaltung und Scheibenbremsen arbeiten hydraulisch, die Höhe der Sitzbank lässt sich sogar während der Fahrt stufenlos vom Lenker aus regeln, die Vorderradgabel ist luftgefedert und LED sorgen für die passende Beleuchtung bei Nachtfahrten. Mit gerade einmal 1.600 Gramm ist der Karbonrahmen des Audi E-Bike Wörthersee ein Leichtgewicht und auch die 26 Zoll großen Laufräder aus CFK (Carbonfaserverstärktem Kunststoff) sind mit jeweils 600 Gramm Vorzeigebeispiele der Leichtbautechnik. Insgesamt kommt das Highend-Pedelec allerdings dann doch auf ein stolzes Gewicht von 21 Kilogramm, wovon sich der Großteil auf Motor und Akku verteilt.

Der Elektromotor sitzt am tiefsten Punkt des Rahmens und setzt mit einer Spitzenleistung von 2,3 Kilowatt neue Maßstäbe bei E-Bikes. Der rund fünf Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Akku ist im Rahmen untergebracht und bietet bei einer Spannung von 48 Volt eine Kapazität von 530 Wattstunden. Aufgeladen ist die Batterie bei 230 Volt nach etwa zweieinhalb Stunden. Richtig spannend werden Technikfreaks allerdings erst die Gimmicks des neuen Bikes finden.

Fünf individuelle Fahrprogramme

So verfügt das Pedelec über fünf verschiedene Fahrprogramme: Den „Pure“-Modus kennt man von jedem handelsüblichen Fahrrad, denn hier wird das Bike allein durch die Muskelkraft des Fahrers angetrieben. Im Modus „Pedelec“ wird er dabei von dem Elektromotor unterstützt und ermöglicht ihm so Geschwindigkeiten bis zu 80 Kilometer pro Stunde und eine Reichweite zwischen 50 und 70 Kilometern. Das Programm mit dem Namen „eGrip“ ist ein rein elektrischer Fahrmodus. Über Drehgriff und Bordcomputer können die Einstellungen getätigt werden und sind Höchstgeschwindigkeiten bis 50 Kilometer pro Stunde möglich. Ein ganz spezielles Feature ist der fünfte Fahrmodus „Wheelie“, der das Fahren auf dem Hinterrad ermöglicht. Je nach Können des Fahrers können dabei Einstellungen gewählt werden, die lediglich unterstützend wirken, oder welche, die sogar selbständig die Bewegungen des Fahrers ausbalancieren.

Der bereits erwähnte Bordcomputer ist im Oberrohr des Rahmens untergebracht und über einen Touchscreen bedienbar. Darüber werden unter anderem die Fahrmodi, die Beleuchtungseinstellungen und die Aufzeichnung von Tricksequenzen geregelt und das Display zeigt Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz, Energieverbrauch, Ladezustand des Akkus und den aktuellen Neigungswinkel an. Besitzt der Fahrer ein Smartphone, kann dieses per WLAN mit dem Bordcomputer synchronisiert werden. Auf diese Art können beispielsweise Videobilder von der Fahrt direkt ins Internet oder zum Trainer verschickt werden.

Ob man das alles tatsächlich auch braucht, ist natürlich die andere Frage. Für einen Hobbyradler ist das Audi E-Bike Wörthersee wohl ohnehin nicht gedacht. Fraglich ist außerdem, ob das Hightech-Pedelec überhaupt jemals in der Form auf den Markt kommen wird, denn das vorgestellte Modell ist bisher nur ein Prototyp.

Matthias Schaffer

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