Führungsrolle bei der Lithiumproduktion angestrebt

Argentinische Flagge; Foto: shutterstock

In Lateinamerika zeichnet sich ein regionaler Machtkampf um die Vorherrschaft bei der Lithiumproduktion ab. Argentinien schickt sich an, weltweit die Führerschaft bei der Lieferung von Lithium zu übernehmen. Das lateinamerikanische Land plant, bis 2014 das jährliche Produktionsvolumen auf 80.000 Tonnen zu erhöhen.

Lithium wird neben der Produktion von Glas oder Hochleistungsakkus für Handys und Computer in Zukunft verstärkt als Rohstoff für die Produktion von Elektrobatterien im Automobilsektor eingesetzt werden.

Machtkampf um die Vorherrschaft bei der Lithiumproduktion

Argentinien ist nicht das einzige Land Südamerikas, das über Lithiumvorkommen verfügt: Auch in den Hochebenen von Bolivien und Chile existieren neben den argentinischen Vorkommen nach Angaben des U.S. Geological Survey (USGS) insgesamt mehr als 58 Prozent der weltweit bekannten Lithium-Reserven.

Bolivien ist mit einem Anteil von 27 Prozent zwar weltweit führend, doch machen die politischen Verhältnisse den Abbau des Rohstoffes für interessierte Unternehmen schwieriger: Die bolivianische Regierung fordert, dass die Verarbeitung des Rohstoffs zu Batterien im eigenen Land stattfindet.

Unternehmen investieren in die Lithium-Exploration in Argentinien

Während die chilenische Regierunge auf derartige Forderungen bisher verzichtet hat, könnte nun auch die argentinische Regierung in diese Richtung tendieren. Auch die wirtschaftlichen Umstände sprechen für die Dominanz Argentiniens bei der Lithiumproduktion: Schon in den 1990er Jahren war der führende Unternehmen der Branche, FMC Lithium, von Bolivien auf Argentinien ausgewichen, weil das unternehmerische Umfeld nicht mehr attraktiv genug erschien.

Insgesamt haben Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 150 Millionen US-Dollar in die Exploration von Lithiumvorkommen im Nordwesten Argentiniens gesteckt. Verschiedene Automobilkonzerne wie Mitsubishi, Toyota und Nissan oder der Kfz-Zulieferer Magna haben durch die direkte Beteiligung an Förderunternehmen bereits in die Lithiumförderung in Argentinien investiert.

Daniel Seemann

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