Alternative Treibstoffe im Flugverkehr

Der Klimawandel scheint gesicherte Realität. In wenigen Wochen werden sich Politiker und Wissenschaftler in Kopenhagen treffen, um einen Nachfolger des Kyotoprotokolls zu verhandeln. Es gilt, die Treibhausgasemissionen aus Stromproduktion, Landnutzung und Mobilität auch nach einer Erholung der Weltwirtschaft auf einem akzeptablen Niveau zu halten.

Einer der bedeutendsten Verursacher von Treibhausgasen ist der Flugverkehr. Als Treibstoff wird momentan fast ausschließlich Kerosin, welches aus Erdöl gewonnen wird, eingesetzt. Trotz enormer technischer Fortschritte in den letzten Jahrzehnten hat sich der Gesamtverbrauch durch den stark wachsenden Flugverkehr in dieser Zeit vervielfacht. Nun beginnen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kooperation mit einigen internationalen Firmen mit der Erforschung alternativer Treibstoffe.

Relativ weit fortgeschritten ist dabei die Entwicklung von synthetischen GtL-Kraftstoffen (Gas-to-Liquid) auf der Basis von Erdgas, sowie CtL-Kraftstoffen (Coal-to-Liquid), welche durch die Vergasung von Kohle gewonnen werden. Zur Herstellung der CtL-Treibstoffe wird mittels verschiedener Vergasungsverfahren ein CO-H2-Gemisch erzeugt, welches anschließend durch die so genannte Fischer-Tropsch-Synthese in flüssige Kohlenwasserstoffe übergeht und dadurch ähnliche Eigenschaften wie gewöhnliches Kerosin besitzen. Dennoch können diese alternativen Kraftstoffe auf der Basis fossiler Energieträger nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Luftfahrt darstellen, denn ihr CO2-Einsparungspotential ist sehr gering.

Treibstoff aus Biomasse (BtL – Biomass-to-Liquid) befindet sich noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase. Möglich ist derzeit der Einsatz in Biokerosin, welches bis zu 15 Prozent Biodiesel – hierzulande meist gewonnen aus Raps – enthält.

Für Schlagzeilen sorgt derzeit der Versuch, aus Algen einen Treibstoff herzustellen. Neben den hohen Flächenerträgen und der CO2-Vermeidung besitzen diese den Vorteil, mit relativ wenig Wasser im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen auszukommen und können damit auch in ariden Gebieten angebaut werden. In einigen Jahrzehnten könnte sich dann schließlich die Wasserstofftechnologie durchsetzen.

Andreas Krause

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