Verbrennungsmotoren: Abschaffen oder Behalten?

Eine Gesellschaft ohne den Dieselmotor?
Der Dieselmotor verursacht Luftverschmutzung- und schadet deshalb die Umwelt. Ist es aber wirklich ersetzbar?

Einige Länder haben sich schon dafür ausgesprochen, ein Verbot für Verbrennungsmotoren zu verhängen, um Elektromobilität weiter zu fördern und damit klimaneutraler zu werden. Ist die Abschaffung von Verbrennungsmotoren für die Existenz tausender Jobs gefährlich und für den Umweltschutz überhaupt notwendig?

Nun scheint es so zu sein, als würde der Verkauf von dieselbetriebenen Autos bald der Vergangenheit angehören. Das zeigt sich bereits ganz deutlich in einigen Ländern. In Norwegen beispielsweise, wo laut „Trends der Zukunft“ knapp 60 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen. Dort werden ab 2025 dieselbetriebene Autos verboten sein. Auch Frankreich will sich auf mehr Elektromobilität einlassen und ab 2040 den Verkauf von Verbrennungsmotoren abschaffen und CO2-neutral werden. Dabei soll bis 2022 die Abschaffung von Kohle als Energielieferant helfen. Es solle einem Artikel aus der „Zeit“ zufolge nur so viel desklimaschädlichen Treibhausgases CO2 ausgestoßen werden, wie auch gleichzeitig durch Wälder und Speichertechniken aus der Atmosphäre geholt werden könne. Diese sowie andere Maßnahmen zum Umweltschutz haben Länder weltweit, abgesehen von den USA, infolge des Pariser Klimaabkommens ergriffen.

Diese Umstellung auf Elektromobilität könnte allerdings zum Verlust tausender Arbeitsplätze führen, denn in vielen Autoindustrien weltweit stellen dieselbetriebene Autos die Mehrheit. Das wird vermutlich so bleiben, auch wenn es den Ländern gelingt ein Verbot von Verbrennungsmotoren zu verhängen. In Deutschland sind laut einer Studie des Münchner Ifo Instituts über 600.000 Jobs vom Verbrennungsmotorverbot betroffen. Diese Studie wurde im Auftrag der deutschen Automobilindustrie durchgeführt. Demnach werden viele Teile ausschließlich für Verbrennungsmotoren, unter anderem Abgasreinigungssysteme, hergestellt.

Dass ein Fahrzeug von einem Motor angetrieben werde, in dem eine exotherme chemische Reaktion zwischen Sauerstoff und einem Treibstoff stattfinde, sei nicht von vornherein verwerflich, sagt Michael Khan von „Spektrum.de“. Für ihn sei die Freisetzung von Kohlendioxid in großen Mengen, die aus fossilen Kohlenwasserstoffen entstehe, problematischer. Dieses Problem ließe sich jedoch durch geeignete Techniken erheblich reduzieren, so Khan. Seiner Meinung nach könne der Gesamtprozess, von der Treibstoffherstellung bis hin zum Fahren des Fahrzeugs, CO2-neutral sowie generell emissionsarm gestaltet werden.

Der Verbrennungsmotor ist in vielen Autoindustrien fest verankert und wird scheinbar noch lange eine wesentliche Rolle spielen. Ob diese Motoren mit dem Wechsel zur Elektromobilität Schritt halten können, ist fraglich.