Mit Vollgas im Gelände unterwegs: Emissionsfrei!

Vor rund zehn Monaten stellte KTM seine erste Enduro vor, die mit einem Elektromotor betrieben wird. Damals rechneten wohl nur wenige damit, dass die Maschine rasch zur Serienreife gelangen würde. Wir nahmen das erste E-Bike Rennen auf der Isle of Man zum Anlass und haben in Mattighofen nachgefragt.

Das Wichtigste vorweg: Bereits 2010 wird die erste Enduro von KTM mit Elektromotor erhältlich sein. Momentan steht zwar noch kein fixer Preis fest, seitens KTM teilte man uns jedoch mit, dass man sich bei der preislichen Gestaltung stark an den Preisen vergleichbarer KTM Maschinen mit konventionellem Verbrennungsmotor orientieren werde. Da sich das Projekt aktuell noch im Prototypstatus befindet, gibt es noch keinen offiziellen Namen für das „Zero Emission Motorcycle“.

Für den sportlichen Antrieb der Maschine sorgt ein Lithium-Ionen-Akku. Beim momentanen Stand der Entwicklung beträgt die Ladezeit etwas mehr als eine Stunde. Dies freut das Bikerherz, denn die Ladezeiten vergleichbarer Elektromotorräder liegen zumeist deutlich über diesem Wert. Die erzielbare Fahrleistung ist zum heutigen Zeitpunkt extrem vom Fahrer und vom Einsatz des Motorrades abhängig. Aktuelle Tests haben gezeigt, dass ein Hobby-Motocrossfahrer mit vollständig aufgeladenen Batterien deutlich länger als eine Stunde unterwegs sein kann. Betätigt hingegen ein Motocross-Profi den Gashebel, so ist der Akku bereits nach 15 bis 20 Minuten entleert. Es ist aber davon auszugehen, dass sich sowohl die Ladezeit als auch die Nutzungsdauer der Akkus bis zur endgültigen Serienreife noch verändern werden.

Die Spitzengeschwindigkeit des Prototyps, der gemeinsam mit Arsenal Research entwickelt wurde, liegt bei rund 70 Kilometer pro Stunde. Der Elektromotor erzielt eine maximale Leistung von 30 PS und erreicht ein Drehmoment von 43 Newtonmeter. Vergleicht man den Prototyp mit anderen Enduros mit Elektroantrieb, so zeigt sich, dass das „Zero Emission Motorcycle“ sehr gut im Rennen liegt.

Mit dieser Enduro wird ein klares Zeichen gesetzt, auch wenn sich der eine oder andere Wert in den kommenden Monaten noch verändern wird. Die spontane und deutliche Drehmomentabgabe des Elektroantriebs sorgt für das entsprechend sportliche Vorankommen im Gelände. Ungewohnt ist auf den ersten Blick nur das Fehlen von vertrauten Motorradbauteilen wie Tank, Auspuff, Airbox oder Kupplung. Da sich die Elektro-Enduro extrem leise durchs Gelände bewegt, eröffnen sich auch in Ballungszentren neue Fahrmöglichkeiten, ohne mit bestehenden Vorschriften in Konflikt zu geraten.

Bleibt nur zu hoffen, dass tatsächlich bereits 2010 die ersten Modelle erhältlich sein werden. Das erste E-Bike Rennen auf der Isle of Man wurde übrigens von Rob Barber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140,7 Kilometer pro Stunde gewonnen. Leise und emissionsfrei.

Joachim Kern

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