Trink Wasser?

Trinkwasser ist immer häufiger belastet

Die Wasserqualität nimmt immer weiter ab. Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, Chemikalieneinsatz in der Textilindustrie, großzügige Medikamentengaben bei Mensch und Tier führen zu einer immensen Belastung des Ökosystems Wasser. Vor allem in Ländern, in denen gesetzliche Vorgaben zur Wasserklärung fehlen, gelangt Abwasser häufig ungefiltert wieder in den Kreislauf und stellt eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Wasseraufbereitungssysteme haben daher neben der altbewährten Wasserflasche enorm an Beliebtheit zugelegt.

Die Verkaufszahlen von Wasseraufbereitungssystemen zu Hause oder im Büro werden in den nächsten Jahren deutlich steigen. Das jedenfalls besagt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan. Demnach konnten 2013 11,03 Milliarden US-Dollar Umsatz in der Wasseraufbereitung verbucht werden. Für das Jahr 2020 rechnen mit etwa 18,8 Milliarden US-Dollar. Voraussichtlich 67,4 Prozent des Umsatzes entfallen allein auf die privaten Haushalte.

Warum geht man jedoch von derart hohen Wachstumsraten bei den Wasseraufbereitungsgeräten aus? Forschungsergebnisse, Gesundheitstipps und die Werbung melden immer wieder, welche Keime, Giftstoffe und Gefahrenquellen für unsere Gesundheit vom Wasser ausgehen können. Das betrifft vor allem auch unser Leitungswasser, das häufig als weniger empfehlenswert dargestellt wird im Vergleich zu in Flaschen abgefülltem Wasser. Große Getränkehersteller nutzen dies aus und stellen ihre Produkte als Premiumvariante unseres Leitungswassers dar. Und angesichts der Schlagzeilen, die von verseuchten Flüssen, Seen oder dem Grundwasser ausgehen, greifen viele wie selbstverständlich zur Wasserflasche. Doch welches Wasser ist wirklich die bessere Wahl?

Wasser in der Flasche?

Vergleicht man Wasser aus der Leitung und Wasser aus der PET-Flasche, dann erreicht das Leitungswasser die meisten Punkte. Das abgefüllte Flaschenwasser ist häufig qualitativ thumb bigstock Bottles of Drinking Water 24733274schlechter als Leitungswasser, das es über einen längeren Zeitraum steht und über weite Strecken transportiert wird. Darüber hinaus sind oftmals gesundheitsbedenkliche Weichmacher im Plastik enthalten, die sich mit der Zeit im Wasser lösen können. Vom Müllaufkommen gar nicht zu sprechen.

Also ist es nur vernünftig, wenn sich Wasseraufbereiter dem nicht optimalen, nicht ganz sauberen und schon irgendwie belasteten Leitungswasser annehmen, um dieses wieder mit Qualitätsmerkmalen wie Sauberkeit, Lebendigkeit, Frische und Geschmack zu versorgen, oder?

Um das Wasser im Haushalt wieder aufzuwerten, wurden im Laufe der Zeit mehrere Verfahren entwickelt. Die im Handel bekanntesten sind:

Umkehrosmose

Systeme, die mit Umkehrosmose arbeiten, sind bereits etwas teurer in der Anschaffung. Dafür filtern sie jedoch bis zu 99 Prozent aller gelösten Stoffe aus dem Wasser.

Industriell werden in der Wasseraufbereitung zwei Wege beschritten. Einmal können ganz gezielt Stoffe aus dem Wasser entfernt werden, die der Mensch nicht trinken sollte, z. B. Salz, Eisen oder Keime. Der nächste Schritt besteht dann im Hinzufügen von bestimmten Stoffen und dem Einstellen einiger Parameter, zum Beispiel der pH-Wert, die Leitfähigkeit oder die Zugabe von Ionen.

Alternative Wasseraufbereitung

Was aber, wenn die Menschen in der Wüste, im Dschungel oder in Gegenden leben, wo es kaum Wasser gibt? Dafür existieren momentan eine Reihe von Projekten, die dem Versuchsstadium bereits entwachsen sind. Metallbehälter sammeln Regenwasser, werden über Sonnenlicht (UV-Licht) sterilisiert und schließlich noch natürlich gefiltert. In der Wüste sammelt man die Luftfeuchtigkeit ein und generiert daraus hunderte von Litern Trinkwasser pro Tag. Dieses Wasser kostet nur einen Bruchteil dessen, was die Menschen für eine PET-Flasche zahlen müssten. Es gibt Möglichkeiten, Meerwasser mit geringem Aufwand effektiv zu entsalzen und als Trinkwasser zu verwenden. Eingeborene Stämme, Ureinwohner, in natürlicher Umgebung belassen, hatten noch nie ein größeres Problem damit, Trinkwasser in scheinbar trockenen Gebieten zu finden.

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Was nun den wachsenden Markt an portablen Wasseraufbereitungs-anlagen betrifft, so entspricht dieser zum einen dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Menschen, zum anderen ist er aber auch auf die zunehmende Wasserverschmutzung zurück zu führen. Grundsätzlich gibt es kaum einen Mangel an Wasser, jedoch nimmt die Qualität des Wassers auf weltweiter Ebene konstant ab. Mit Hilfe zusätzlicher Wasseraufbereitungssysteme kann die Wasserqualität mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand angehoben werden und wird perspektivisch auch für Länder mit stärker belastetem Trinkwasser immer interessanter werden.

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