Stadtwerke: Digitalisierung im Fokus

Oft scheitert die Digitalisierung noch an schnellem Glasfaseranschluss. (Bild: Stadtwerle Konstanz).
Oft scheitert die Digitalisierung noch an schnellem Glasfaseranschluss. (Bild: Stadtwerle Konstanz).

Die meisten Stadtwerke sehen die Digitalisierung mittlerweile als Chance. Top-Thema ist laut einer neuen Stadtwerke-Studie Smart Metering.

Während im vergangenen Jahr nur 47 Prozent von 101 befragten Versorgern die Digitalisierung als Chance sahen, sind es mittlerweile 51 Prozent. 77 Prozent der Stadtwerke wollen sich in den kommenden zwei bis drei Jahren „stark oder sehr stark“ mit der Digitalisierung auseinandersetzen, vor einem Jahr waren es noch 71 Prozent. Mit einem Anteil von 80 Prozent hat Smart Metering momentan die größte Relevanz als Technologie für eine digitale Transformation, gefolgt von Internet of Things (48%), Robotics (41%) und Blockchain (32%).

Mit Hilfe digitaler Technologien wollen 59 Prozent der Stadtwerke bis 2020 die Geschwindigkeit und Effizienz ihrer Geschäftsprozesse deutlich steigern. 55 Prozent wollen die Kommunikation mit Lieferanten und Kunden auf Echtzeit-Kommunikation in beiden Richtungen umstellen. Bis 2030 sehen die Unternehmen die Digitalisierung des Vertriebs als wichtigsten Trend, gefolgt vom Messwesen und der Digitalisierung der Verteilnetze.

Digitalisierung bringt die meisten Veränderungen im Vertrieb

Dies sind einige der zentralen Ergebnisse der Stadtwerke-Studie 2018  „Digitalisierung in der Energiewirtschaft – quo vadis“ von Ernst & Young und BDEW. „Im Vertrieb werden die meisten Veränderungen stattfinden“, unterstrich Studienautor Helmut Edelmann von Ernst & Young.

„Doch ich glaube nicht, dass sich die Stadtwerke-Landschaft in den kommenden Jahren so drastisch verändern wird. Ich sehe kein großes Stadtwerke-Sterben, die Tätigkeiten werden sich allerdings ändern“, so Edelmann. Zu dieser Einschätzung passt auch, dass 59 Prozent der von Ernst & Young befragten Versorgungsunternehmen aller Größenordnungen für dieses Jahr einen „guten oder sehr guten“ Geschäftserfolg erwartet. Im vergangenen Jahr waren es noch 56 Prozent.

Kooperationen wichtiger Erfolgsfaktor

„Wir lösen sehr viel über Kooperationen“, betonte Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Menden. Gerade für kleinere Stadtwerke sei dies ein zentraler Erfolgsfaktor. Eine entscheidende Rolle spiele zudem der Wandel der Unternehmenskultur, hin zu zur Aufgabe starrer Hierarchien und mehr Teamarbeit, so Reichelt.

Zentral hierbei ist die Personalgewinnung. Die Suche nach und die Gewinnung von qualifiziertem Personal und Experten hat denn auch für die befragten Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Bedeutungszuwachs. 63 Prozent sehen denn auch personelle Ressourcen und Qualifikation der Mitarbeiter als Hemmnis bei der digitalen Transformation, nur noch getoppt vom bürokratischen Aufwand (65%). 54 Prozent konstatieren ungenügende unternehmensinterne IT-Ressourcen und 26 Prozent einen nicht ausreichenden Breitbandanschluss.