Solarzellen zum aufsprühen

„Sie möchten eine Solaranlage auf Ihrem Dach? – dann sprühen Sie diese doch einfach auf!“ So oder so ähnlich könnte ein neuer Werbeslogan in der Zukunft lauten.

Die Universität Texas teilte erst kürzlich mit, dass dieses Verfahren in absehbarer Zeit möglich sein könnte! Netter Nebeneffekt – die Produktionskosten könnten auf ein Zehntel reduziert werden. Durch das neue   Produktionsverfahren würde so die teuere Gasphasenabtrennung in

Vakuumkammern, die durch die hohen Temperaturen bei der Produktion reichlich Energie verbraucht, entfallen. Möglich ist das mit Hilfe von Nanomaterialien. Nanopartikel können dann in Form von Tinte auf Oberflächen gesprüht oder auf Träger gedruckt werden. Zudem ist die „Solar-Tinte“ 10.000 Mal dünner, als ein menschliches Haar, halbtransparent und könnte somit auch auf Fensterscheiben aufgetragen werden.

Schon seit 2002 ist das Team um den Chemieingenieur Brian Kogel mit der Erforschung und Entwicklung von Photovoltaik-Tinten auf Siliziumbasis beschäftigt. Das aktuelle Projekt greift allerdings auf Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid zu, denn hierin sieht Kogel zwei wesentliche Vorteile. Die kostengünstige Produktion von Solarzellen, da weniger Material benötigt wird und die bessere Umweltbilanz gegenüber Zellen auf Silizium-Basis.

Für eine Kommerzialisierung, bzw. eine Marktreife ist es allerdings noch ein wenig verfrüht. Zwar sind die Forscher bereits jetzt in der Lage, einen Solarzellen-Prototyp herzustellen, allerdings hat dieser nur einen Wirkungsgrad von einem Prozent. Zu wenig für einen Revolution auf dem Markt. Erst, wenn ein Wirkungsgrad von zehn Prozent erreicht wird, könnte diese Technologie mit den herkömmlichen Solarzellen konkurrieren. Dieser Durchbruch könnte den Forschern aber nach eigenen Angaben schon in wenigen Jahren gelingen.

(Quelle: University of Texas/Austin)

Judith Schomaker

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