Ein Dachziegel als Solarmodul

SolArod Tile; Bild: SolArod Vertical Photovoltaic Systems i.G.

Waren Solarmodule auf Hausdächern vor einigen Jahren noch eher eine Rarität und nur mit gut gefülltem Geldbeutel zu bezahlen, ist die Nutzung von Sonnenenergie heute auch für Privathaushalte längst eine interessante Alternative geworden. 2012 soll nun eine fortgeschrittene Variante – nämlich Dachziegel mit integrierten Solarzellen – auf den internationalen Markt kommen. Das plant zumindest das Unternehmen SolArod Vertical Photovoltaic Systems i.G, das die spannende Innovation in Zusammenarbeit mit der Firma Vetro Polska Sp. z o.o. und den polnischen Inhabern der europäischen Schutzrechte ESI Industries vertreiben will.

Der große Vorteil von den SolArod Tile genannten Dachziegeln liegt dabei in der optischen Anpassungsfähigkeit an die baulichen Gegebenheiten oder Wünsche. Einerseits kann mit den Solarziegeln jeder noch so kleine Winkel des Daches zur Stromerzeugung genutzt werden und andererseits müssen keine Häuser mehr mit Solarpaneelen optisch beeinträchtigt werden. Den aus handelsüblichem Ton im „Biberschwanz-Design“ hergestellten SolArod Tile wird es nämlich in vielen verschiedenen Farben geben. Somit könnte man mit dem Solardachziegel sogar „historische Dachbauten eindecken, bei denen die nachträgliche Installation von Solarmodulen auf den Dachflächen nicht genehmigungswürdig war“, wie es SolArod-Mitbegründer Mattias Mewes auf den Punkt bringt.

Aber natürlich sehen die SolArod Tiles nicht nur gut beziehungsweise unauffällig aus, sondern erzeugen in erster Linie Strom aus Sonnenenergie. Dabei wird es zwei Versionen des Ziegels geben: Die schwächere wird eine Leistung von etwas mehr als vier Wattpeak pro Dachziegel haben und die stärkere rund acht Wattpeak.

Mir gefällt die Idee der Strom erzeugenden Dachziegel auch aus dem Grund sehr gut, da ich es immer sehr elegant finde, Dinge mit einer zusätzlichen Funktion zu belegen. Unbestritten sind Dachziegel mit integrierten Solarzellen eine sehr viel geschicktere Lösung, als Dächer mit Ziegeln zu decken und dann Solarpaneele darauf zu verankern oder freie Landschaften nur für die Unterbringung von Photovoltaianlagen zu verwenden. Denn gerade in den Industrieländern ist Platz beziehungsweise nutzbares Land ohnehin sehr knapp bemessen. Eine weitere spannende Idee, wie bereits vorhandener Platz zusätzlich zur Stromgewinnung verwendet werden kann, sind übrigens die unlängst hier vorgestellten Solar-Unterstände Eco-Shell.

Bleibt nur zu hoffen, dass es viele Firmen SolArod gleich tun und den Versuch wagen derartige Ideen dem Endkonsumenten überhaupt erst zugänglich zu machen. Ich denke, dass ausreichendes Interesse dafür mittlerweile auf jeden Fall vorhanden wäre.

Matthias Schaffer

2 Bemerkungen

  • Das ist echt mal eine super Idee. Wenn die Dachziegel jetzt noch gut aussehen, wird das bestimmt ein richtiger Hit.

    Ich muss dem Autor vollkommen recht geben, wenn Dinge eine zusätzliche Funktion haben können, sollte man diese auch nutzen.

  • Sehr geehrte Damen und Herren!

    Könnten sie mir bitte ein Musterexemplar Ihres Dachziegels mit integrierter Solarzelle schicken? Ich gehe davon aus, daß ich in den kommenden Jahren auf meinem denkmalgeschützten Haus das Dach erneuern muß und müßte dabei die fälschlich nachträglich eingebauten Frankfurter Pfannen durch Biberschwanzziegel ersetzen. Dabei beabsichtige ich auch gleich denkmalschutzkonform eine Solaranlage zur Eigenstromgewinnung einzubauen. Da ich auch meine Nachbarn für dieses Projekt gewinnen will, würde ein Musterexemplar (nebst Preisvorstellung) praktisch.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas G. GRÖGER