Sinkende Fertigungskosten für Solarmodule

Die Einkapselung von Solarmodulen in ein ganz neues Material ist dem Münchner Chemiekonzern Wacker gelungen. Das Einkapselungsmaterial, welches unter dem Namen Tectosil im September auf der Eurpean Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition in München vorgestellt wird, hat gegenüber herkömmlichen Einkapselungsmaterialien deutliche Vorteile.

Alleine bei der Herstellung der elastischen Kunststofffolie, die auf Silicon basiert, muss weitaus weniger Energie eingesetzt werden. Durch seine hervorragenden thermoplastischen Eigenschaften kann diese Folie kostensparend, ohne chemische Reaktionen und daher mit einem geringen Energieaufwand verarbeitet werden. Herkömmliche Einkapselungsmaterialien laminieren die Solarmodule mittels energieaufwändiger Vulkanisation, das entfällt bei Tectosil gänzlich. Hier ist der Laminierprozess deutlich kürzer und die Module werden, Dank der hervorragenden Temperaturverträglichkeit des Materials optimal vor mechanischen und chemischen Belastungen geschützt. Durch die hohe Flexibilität und Elastizität entsteht also ein extrem stabiles Laminat, welches eine spannungsfreie Einkapselung der Solarzelle garantiert. Ein weiterer Vorteil der elastischen Folie ist die hohe Lebensdauer der Module.

Das Material schützt dauerhaft vor Korrosion, es nimmt kein Wasser auf und ist somit auch für Solarzellen geeignet, die Schichten aus Verbindungshalbleitern oder andere empfindliche Substanzen enthalten. Die Feuchtigkeitsbarriere sorgt so für eine lange Lebensdauer und bleibt dauerhaft elektrisch isolierend. Diese neuartige Prozesstechnik dürfte hochinteressant sein, denn auch bei Transport und Lagerung, der auf diese Weise laminierten Module, wird kräftig Energie eingespart. Die Handhabung ist absolut problemlos und eine Kühlung des unreaktiven Materials daher nicht notwendig. Vorteile, die Solarmodule der Zukunft erschwinglicher machen dürften.

Judith Schomaker

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