Produkte im Einklang mit der Natur – die Zukunft im Umweltschutz?

Ist es möglich, unseren jetzigen Lebensstil aufrechtzuerhalten, ohne dabei die Umwelt und damit das Wohl unserer Nachkommen zu gefährden? Ein Unternehmer aus Hamburg vertritt genau diese Auffassung und erregt damit weltweit Aufsehen.

Das Prinzip, für das Prof. Dr. Michael Braungart steht, hört sich sehr verlockend an. Weiter so wie bisher, nur mit Produkten, die im Einklang mit der Natur stehen. Der Chemieprofessor gründete 1987 die EPEA Internationale Umweltforschung GmbH. Als Ziel haben sich er und sein Team kein geringeres gesteckt, als die Produktlandschaft dieser Welt zu revolutionieren.

Das Grundprinzip mit dem Namen Cradle to Cradle (C2C), was soviel heißt wie „von der Wiege zur Wiege“, ist einfach und einleuchtend. Produkte werden so gestaltet, dass sie entweder komplett recycelbar sind oder nach der Nutzung rückstandslos wieder der Natur zugeführt werden können. In der Produktpalette des Unternehmens findet sich unter Anderem ein moderner Bürostuhl, der nach diesem Konzept entwickelt wurde und weltweit zu den am meisten verkauften zählt. Zu den Kooperationspartnern gehören Weltkonzerne wie Nike und Ford.

Die Botschaft, „mit den richtigen Produkten könnt ihr weiter im Überfluss leben, ohne die Umwelt zu verschmutzen“, findet gerade in den USA großen Anklang. Gerade hier sind Einschnitte in die verschwenderische Lebensweise aufgrund von Umwelt- und Klimaschutz in weiten Teilen kaum vermittelbar.

Ohne Frage ist das Prinzip C2C ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist die Ankündigung, auf diese Weise eine Welt ohne Müll und Umweltverschmutzung zu schaffen, wahrscheinlich doch zu schön, um wahr zu sein. Es ist beispielsweise nicht absehbar, wann ein Auto auf den Markt kommen könnte, das keinerlei Schadstoffe ausstößt. Mit der Weile ist die Wissenschaft weitestgehend der Ansicht, dass es nicht die begrenzten Ressourcen sind, die unser Wachstum begrenzen. Entscheidender ist die begrenzte Aufnahmekapazität der Umwelt für von uns ausgestoßene Schadstoffe, allen voran die Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen.

Gerade beim Klimaschutz sind schnelle Lösungen gefragt. Daher kann man sich nicht auf nur ein Prinzip stützen, das, wenn überhaupt, seine volle Entfaltung erst über einen sehr langen Zeitraum erreichen kann. Entscheidend ist die Kombination verschiedener Umweltschutzstrategien. So ist auch die Steigerung der Effizienz ein wichtiger Pfeiler, auf den sich unsere Zukunft stützt. Also zum Beispiel das drei-Liter-Auto. Allerdings werden wir, wenn wir die Zukunft folgender Generationen nicht aufs Spiel setzen wollen, nicht umher kommen, uns in Genügsamkeit zu üben. Diese Suffizienzstrategie kann nach dem Motto „gut leben statt viel haben“ verfolgt werden.

Oliver Hölzinger

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