Organic Bikes: serienreife Fahrräder aus Bambus

Was auf den ersten Blick nur schwer vorstellbar scheint, ist einem Unternehmen aus den USA gelungen. Im November 2009 startet „Organic Bikes“ mit „Dylan“ durch. Dylan ist ein Fahrrad, das aus Bambus und recyceltem Aluminium besteht. James Beck, Manager der Marke, eröffnet uns, wie der neue Weg des Unternehmens aussieht, und wohin Organic Bikes rollen wird.

„Wheel and Sprocket“ besteht seit 1973 und ist mittlerweile der größte Fahrradhändler in Wisconsin. Der „National Bicycle Retailer of the Year“ ist stolz auf seine sechs Niederlassungen und sein umfangreiches Angebot. Einzig die Auswahl an umweltfreundlich hergestellten Fahrädern und Zubehör schien nicht ausreichend zu sein. Bambusfahrräder waren bisher entweder übermäßig teuer, technisch unausgereifte Garagenprojekte oder gar beides zusammen. Daher gründete das Team eine eigene Marke: Organic Bikes.

Jahrzehntelange Erfahrung, neue technische Ansätze, viele Tests und jede Menge Design waren notwendig, um Dylan entwickeln zu können. Der Rahmen des Straßenrades, die Lenkstange und zahlreiche andere Komponenten bestehen aus echtem Bambus. Die Verbindungsstücke und kleinere Bauteile aus Metall sind aus recyceltem Aluminium gefertigt. Zusätzlich wird Dylan ganz an die Wünsche der Kunden angepasst. Diese können zwischen einem Gang und drei Gängen, unterschiedlichen Ausstattungen, mehreren Reifenfarben und vielen anderen Details wählen. Erhältlich ist das Bambusrad ab 999 US-Dollar im eigenen Onlineshop. Dylan wird auch über Fachhändler in Wisconsin und den gesamten Vereinigten Staaten vertrieben. 2010 folgt der Sprung nach Europa.

Organic Bikes geht jedoch einen Schritt weiter. „Ein Fahrrad aus Bambus zu bauen ist nur ein kleiner Schritt. Wir haben größere Pläne, und wir werden sehr schnell sein“, verdeutlicht James Beck. Er möchte viele Menschen mit dem modernen Design der neuen Fahrräder ansprechen und sie dazu bewegen, mehr Strecken auf zwei Rädern zurückzulegen.

So ist es zu erklären, dass bereits im Dezember „Caleb“ und „Edwin“ folgen, zwei weitere, neu entwickelte Bambusfahrräder. Zusätzlich bietet das Team separat erhältliche Fahrradteile aus Bambus, wie Griffe oder Kotflügel, an. Umweltfreundliches Zubehör, etwa kompostierbare Trinkflaschen und T-Shirts aus biologisch angebautem Bambus, runden das Angebot perfekt ab.

Benannt wurden die Fahrräder übrigens nach den Kindern der Mitarbeiter. Zusätzlich zu den drei neuen Fahrrädern wird es bald wieder doppelten Nachwachs bei Organic Bikes geben. Dort scheint man das Motto des Bundesstaates Wisconsin tatsächlich wörtlich zu nehmen: Forward!

Joachim Kern

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