Neues Recyclingverfahren für Seltene Erden

Foto: Montanuniversität Leoben

Ein neues Verfahren für die Abtrennung von Seltenen Erden aus Altbatterien befindet sich soeben in der Phase der Patentierung. Entwickelt wurde es an der österreichischen Montanuniversität Leoben. Gleichzeitig wurden in jüngster Vergangenheit einige andere Forschungsprojekte bei internationalen Kongressen ausgezeichnet.

Das neue Verfahren.
Ein Team der Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben konnte ein neuartiges Recyclingverfahren entwickeln, das nicht nur zur Vermeidung von Reststoffen bei alten Batterien und Akkus eingesetzt werden kann. Gleichzeitig können auch die wertvollen Seltenen Erden abgetrennt werden.

Nickel-Metallhydrid-Batterien und Akkus werden bisher nicht im Recyclingprozess berücksichtigt. Lediglich Kobalt und Nickel werden entsprechend wiederverwertet. Dadurch verzichtet die Wirtschaft auf wertvolle Rohstoffe. Immerhin beträgt der Anteil der Seltenen Erden am Gesamtgewicht einer Nickel-Metallhydrid-Batterie zwischen sieben und zehn Prozent. Das Verfahren durchläuft momentan die Patentierungsphase und könnte zu einer Verringerung der Abhängigkeit vom Weltmarktführer China beitragen.

Der Rohstoff. Seltene Erden sind ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Hightech-Produkte und werden unter anderem für die Produktion von Hybridfahrzeugen, Windkraftanlagen, Elektromotoren oder Smartphones benötigt. Aktuell deckt die Volksrepublik China 95 Prozent des weltweiten Bedarfs dieses Rohstoffs ab. Waren Seltene Erden noch bis vor kurzer Zeit relativ günstig erhältlich, so haben sich die Preise auf dem Weltmarkt innerhalb der vergangenen zehn Monate verzehnfacht.

Jüngste Auszeichnungen. Die österreichische Montanuniversität Leoben gilt seit jeher als Denkfabrik und zählt zu den führenden Hochschulen Österreichs. Zuletzt wurde die Forschungsleistung der Mitarbeiter auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit auf zwei internationalen Kongressen geehrt.

Auf dem World Renewable Energy Congress 2011 (WREC) in Schweden wurde ein Forschungsprojekt vom Institut für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes der Montanuniversität ausgezeichnet. Dieses Projekt konnte den Beweis dafür liefern, dass Biogas auch unabhängig von staatlichen Förderungen preislich konkurrenzfähig mit Erdgas ist.

Die Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität erhielt bei der European Metallurgical Conference 2011 (EMC) in Düsseldorf ebenso eine Auszeichnung. Diese wurde für die Darstellung eines hydrometallurgischen Recyclingprozesses bei Nickel-Metallhydrid-Batterien verliehen.

Joachim Kern

1 Kommentar

  • Hallo,

    ich begrüße grundsätzlich, dass NiMH einem besseren Recycling zugeführt wird.

    Doch es drängen sich mir nachfolgende Fragen auf:

    1. Werden nur die Metalle zurückgewonnen?
    2. Was passiert mit dem/n Elektrolyten?
    3. Ist das Verfahren auf Li-Ion Batterien übertragbar?
    4. Werden nur Consumer-Batterien recycelt oder auch Industrie-Batterien?

    Mit freundlichem Gruß

    Hans Albert Lingscheidt