Neue Generation solarer Dacheindeckung

Fast nicht als solche zu erkennen sind die neuen Solardachziegel eines kleinen Startup-Unternehmens aus Kirchberg bei Bern. Als Prototyp läuft das Solarhybridsystem mit integrierter Wärmepumpe bereits seit Herbst vergangenen Jahres auf einem Testdach in der Schweiz. Im Juni wird es von der Panotron AG erstmals einem breiten Publikum präsentiert: Auf der Intersolar Europe in München.

Mit dem Solardachsystem verbindet das Unternehmen Effektivität und Ästhetik. Denn neben einer Leistung von 72 Watt elektrisch und 100 Watt thermisch pro Quadratmeter, sehen die Solardachziegel einer herkömmlichen Dacheindeckung zum verwechseln ähnlich. Bei der Betrachtung vom Boden aus scheinen die Photovoltaik-Ziegel wie gewöhnliche Dachziegel. Das in die Tonziegel eingelassene Solarmodul ist kaum als solches zu erkennen.

Das baukastenartige System wird einfach in ein spezielles Aluminiumprofil, welches die normale Dachlattung ersetzt, eingehängt und kann auch nachträglich ohne komplizierte Montagearbeiten aufgerüstet werden. Dabei lässt es sich an jede beliebige Dachform anpassen und selbst Fenster oder Dacheinschnitte lassen sich einfach aussparen. Das Aluminiumprofil fungiert dabei nicht nur als Aufhängung für die solaren Dachziegel, sondern transportiert gleichzeitig, mithilfe einer frostsicheren Wasser-Glykol-Mischung, die aus den Sonnenstrahlen gewonnene Energie zur Wärmepumpe. Zudem dient das Profil als Unterbringung für die elektrischen Leitungen, die den Solarstrom von den monokristallinen Solarmodulen direkt zu den Wechselrichtern transportiert.

Die gesamten Erträge des Systems sind über eine Datenkommunikationssoftware mit dem Internet verbunden und lassen sich mit der entsprechenden Software von jedem beliebigen Standort aus überwachen und optimieren. Das Solarsystem ist in elf verschiedenen Farbvarianten wählbar, kann voll begangen werden und ist auch bei Hagelschauern standhaft. Mit den Photovoltaikziegeln der neuen Generation schafft es das Unternehmen, Wärme und Strom dort bereitzustellen, wo die Energie auch gebraucht wird – ohne großflächige und unansehnliche Solarmodule.

Judith Schomaker

Add comment