nesa – Energieforschung mit ganzheitlichem Ansatz

Ein Innovations-netzwerk aus Oberfranken forscht an der Zukunftsfähigkeit einer bezahlbaren und effizienten Energieversorgung und setzt sich zudem aktiv für die Weiterentwicklung seiner Region ein.

Eine kostengünstige Energieversorgung findet sowohl in Privathaushalten als auch bei Unternehmen zunehmend erhöhte Aufmerksamkeit. Kontinuierlich steigende Energiepreise sind dafür der Auslöser. Aus diesem Grund ist es bei der Neuanschaffung von Heiz- und Kühlsystemen besonders wichtig, auf deren Effizienz und Betriebskosten zu achten.

Diese Ausgangssituation war für die an „nesa – Netzwerk für energetische Systemanwendungen“ beteiligten Unternehmen Anreiz, den Gegebenheiten entgegenzukommen und einen aktiven Forschungsbeitrag dafür zu leisten. Die Idee ist es, das gesamte Energiesystem mit ins Kalkül zu nehmen, um somit eine ganzheitliche Optimierung von energetischen Anlagen zu erreichen. Dafür sind Kompetenzen aus den unterschiedlichsten Themenfeldern notwendig. So arbeiten Produzenten von Wärmepumpen mit IT-Spezialisten aus der Automatisierungstechnik und Geothermieunternehmen, Kältehandwerkern und Analgenbauern Hand in Hand an gemeinsamen Projekten.

Um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, gilt es, Zukunftstechnologien zu integrieren und optimal aufeinander abzustimmen. Ein System kann nur so effizient sein wie sein schwächster Baustein. Darin liegt auch das Potenzial, welches durch nesa gehoben wird. Es werden Speichertechnologien und Sicherheitssysteme für den Einsatz von erneuerbaren Energien unter Zuhilfenahme von Smart-Metering-Systemen entwickelt. Durch die Kombination von aufeinander abgestimmter Kälte- und Wärmeerzeugung werden zusätzlich Effizienzverluste auf ein Minimum reduziert. Darüber hinaus geht es darum, verschiedene Formen der erneuerbaren Energien gegenseitig zu ergänzen und daraus kombinierte Kraftwerke zu schaffen. Diese richten sich bei der Stromerzeugung nach dem tatsächlichen Energieverbrauch, wodurch Verteilernetze entlastet und der Einsatz teurer Energiespeichersysteme reduziert werden.

Neben der Forschung hat sich nesa ein weiteres Ziel gesetzt. Alle Beteiligten kommen aus Oberfranken – genauer aus dem Raum Kulmbach/Bayreuth – einem der am stärksten industrialisierten Räume Europas. Hier bündeln sich eine Vielzahl an Unternehmen im Bereich der Kälte- und Wärmeerzeugung, was vielfältige Synergieeffekte in sich birgt. Die Verantwortlichen von nesa setzen sich deshalb aktiv für ihre Region ein, mit dem Anspruch, diese zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Der Raum Kulmbach/Bayreuth soll verstärkt als eine Kompetenzregion im Bereich der energieeffizienten Kälte- und Wärmetechnik zur Kenntnis genommen werden. Das Know-how und die Unternehmen sind vorhanden, werden aber nicht als Einheit wahrgenommen. Das Netzwerk nesa möchte dies ändern und damit vor allem jungen, gut ausgebildeten Menschen eine bessere Perspektive im ländlichen Raum bieten.

Das Netzwerk nesa wird dabei durch die ZIM-NEMO-Förderung des BMWi unterstützt. Dem ife – Institut für Energieeffizienz obliegt das Mandat des Netzwerkmanagements und damit der Betreuung und Koordination gemeinsamer Aktivitäten. Die beteiligten Unternehmen sind die AGO AG Energie+Anlagen, ASK Geotherm GmbH & Co. KG, Glen Dimplex Deutschland GmbH, Hermos AG, Heuberger Kälte Klima GmbH sowie Protec Technologies GmbH, welche auf wissenschaftlicher Seite durch die Hochschule Hof ergänzt werden.

Daniel Beuschel

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