Modellregion MeRegio

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Unangenehmes wird gerne verdrängt. Sehr hilfreich ist es zudem, wenn das Unangenehme aus dem persönlichen Sichtfeld verschwindet. Nicht umsonst heißt es „aus den Augen, aus dem Sinn“. Gerade im Klimaschutz eine nicht zu unterschätzende Problematik, denn Klimakiller wie CO2 sind zwar nicht sichtbar, verursachen aber unabschätzbare Schäden.

Genau hier knüpft einer der Gewinner des E-Energy-Technologiewettbewerbs an. Die Smart Energy Region MeRegio (Minimum Emission Region) entwickelt in ihrer Region Baden-Württemberg eine Minimum-Emission-Zertifizierung. Ziel dieser Zertifizierung ist es, ein Instrument zu erschaffen, dass die Energieeffizienz erhöht und gleichzeitig die Einsparungen am Klimakiller Treibhausgas sichtbar macht.

Erreicht wird das durch eine intelligente Nutzung von Energie, bei der Verbraucher ihre Verbräuche im Blick haben und zudem die Freiheit genießen, ihren Strom selber herzustellen oder zentral einkaufen zu können. Durch eine entsprechende Vernetzung sämtlicher Teilnehmer am Strommarkt entsteht ein permanenter Datenaustausch, der es möglich macht, Energy on demand zu produzieren, einzuspeisen und zu verbrauchen. Gleichzeitig kann der Stromkunde so den günstigsten Stromtarif für seine Verbräuche ausnutzen und erlangt eine neue Denkweise im Umgang mit der kostbaren Kraft aus der Steckdose. Zum Beispiel dadurch, Elektrogeräte wie Spül- oder Waschmaschine dann zu benutzen, wenn gerade genügend Strom aus Wind- und Solar produziert wird und der Stromtarif entsprechend günstig ist. Hinzu kommen bei der MeRegio Modellregion, dass Stromproduktionen lokal optimiert werden sollen. So soll überschüssig produzierter Eigenstrom aus der heimischen Photovoltaikanlage direkt vor Ort gespeichert werden, um das Netz zu entlasten und Verluste aufgrund langer Transportwege zu vermeiden.

Um dieses Projekt umsetzen zu können, ziehen bei MeRegio in Baden-Württemberg sechs Projektpartner an einem Strang. Neben Projektkoordinator EnBW Energie Baden-Württemberg AG gehören auch die ABB AG, die IBM Deutschland GmbH, sowie die Systemplan GmbH, die SAP AG und das Karlsruher Institut für Technologie KIT, welche das Projekt wissenschaftlich begleitet, zu den Projektpartnern. Von der Beratung, über die entsprechende technische Umsetzung, bis hin zur Netzkompetenz ein starkes Team, bei dem natürlich auch die vielen privaten Erzeuger und Verbraucher eine tragende Rolle spielen.

Judith Schomaker

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