Meerwasserentsalzung durch Sonnenenergie

Meerwasserentsaltzungsanlage

Laut Weltgesundheits-organisation WHO haben weltweit 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, was 17 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht (Stand 2002). Ein Großteil der betroffenen Menschen lebt in Ländern, die im Bereich der Wendekreise gelegen sind, wie zum Beispiel in ausgedehnten Gebieten Afrikas. Diese Gegenden zeichnen sich durch viele Sonnenstunden aus und haben oft Zugang zum Meer, also zu Salzwasser. Diesen Gegebenheiten passt sich die süddeutsche Firma HelioTech an, um sauberes Trinkwasser zu gewinnen. Sie hat die Meerwasserentsalzungsanlage HelioTech Solar Desalination System entwickelt, die nur durch Sonnenenergie aus Salzwasser Trinkwasser gewinnt.

Dabei arbeitet das System von HelioTech  als einzige Anlage, soweit diese ausschließlich solar betrieben wird, nach dem Verdampfungsprinzip: Salzwasser aus einem Wassertank wird durch Hochleistungssolarvakuumröhren auf 100 Grad erhitzt, wodurch das Wasser verdampft und keimfrei wird. Dieses keimfreie Wasser kondensiert in einer Kondensatoreinheit, wird abgekühlt und tropft in einen Behälter, aus dem es sofort genutzt werden kann. Es weist immer noch einen Salzgehalt von 8,1 Milligramm Salz pro Liter auf und bewegt sich damit im Rahmen von Mineralwässern.

Das durch dieses Verfahren gewonnene Wasser muss nicht weiter behandelt werden, womit sich diese Methode der Trinkwassergewinnung von anderen abhebt. Neben der geringen Größe – die Anlage ist so konzipiert, dass sie im Geländewagen transportiert werden kann – sowie geringem Bedarf an Infrastruktur und Technik ist das System zur Trinkwassergewinnung relativ preisgünstig: Sonnenenergie ist eine Energieform, die nichts kostet, der Verkaufspreis des Solar Desalination Systems liegt bei 4.600 Euro. Die Firma HelioTech rechnet mit einer Haltbarkeit von etwa 25 Jahren.

50 Liter Trinkwasser können, je nach Sonneneinstrahlung, pro Tag aus Salzwasser gewonnen werden. Für deutsche Verhältnisse mag das wenig erscheinen, verbraucht ein Europäer doch 100 bis 200 Liter Wasser pro Tag. In trockenen und armen Gegenden Afrikas, wo teilweise unter 70 Prozent der Landbevölkerung überhaupt Zugang zu Wasser haben, können mit 50 Litern Wasser jedoch Existenzen gesichert werden. Ein großer Teil des europäischen Wasserverbrauchs geht durch die Toilettenspülung verloren, zum Trinken, Kochen und Waschen reichen 50 Liter jedoch mehr als aus! Somit hat HelioTech eine Methode gefunden, mit der die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, gesenkt werden kann.

Judith Kronberg

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