Laden per Touchscreen: Solardisplay von Wysips

Solardisplay von Wysips

Das französische Startup Wysips hat eine hauchdünne Folie entwickelt, die elektronische Geräte wie Handys oder Laptops direkt mit Solarstrom versorgen kann. Diese werden dadurch völlig unabhängig von Steckdosen oder Ladegeräten, was einerseits einen deutlichen Komfortgewinn und andererseits auch ein enormes Energie-Einsparungspotential bedeutet.

Der Mann hinter dieser Idee ist der Astrophysiker Joël Gilbert. Für die Solarfolie ließ er sich von Holografie-Covers – wie sie teilweise bei Büchern oder DVDs verwendet werden – inspirieren. Bei der Solar-Variante wird eines der zwei Bilder gegen dünne Photovoltaikstreifen getauscht. Die Erfindung hat das Potential zu einer wirklich großen Sache zu werden, denn der Einsatzmöglichkeiten der Folie sind theoretisch kaum Grenzen gesetzt. Denkbar sind beispielsweise Solarstrom erzeugende Handy- und Computerdisplays,  Textilien, Zelte, Planen, Werbeschilder und vieles mehr.

Die Solarmodul-Folie ist nicht einmal 0,1 Millimeter dünn und soll ein Mobiltelefon innerhalb von sechs Stunden komplett aufladen können. Die Voraussetzung dafür sind allerdings Outdoor-Lichtverhältnisse, was über einen derart langen Zeitraum für die meisten Handybenutzer wohl kein allzu realistisches Szenario ist. Bei künstlichem Licht funktioniert der Ladevorgang zwar auch, dauert aber fünf bis zehn Mal so lange. Die Technologie wird allerdings laufend weiter verbessert und die nächste Generation soll nach einer Stunde Aufladen schon 30 Minuten Telefonieren möglich machen. Besonders effektiv kann die Folie bei großen Geräten – beispielsweise Handys mit Touchscreens – eingesetzt werden.

Nahezu unschlagbar ist auch der Preis der Wysips-Folie, denn ein Mobiltelefon mit der Folie auszustatten kostet wohl gerade einmal ein US-Dollar! Erste, mit der innovativen Ladefolie bestückte Geräte sollen schon 2012 auf den Markt kommen und es bleibt abzuwarten, ob sich die Technologie auch wirklich durchsetzen kann.

Der Name Wysips steht übrigens für “What You See Is Photovoltaic Surface” und das Startup wurde für die Solarfolie auch schon ausgezeichnet. So erhielt das französische Unternehmen unter anderem 2011 einen CTIA Emerging Technology Award in der Kategorie “Green Telecom & Smart Energy Solutions, Apps & Hardware”.

Matthias Schaffer

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