Kohlekraftwerk wird CO2-Speicher

Kanadische Flagge; Foto: shutterstock

Das erste große Carbon-Capture-Projekt Kanadas geht in die Bauphase. Hierzu wird ein älterer Kraftwerksblock am Boundary Dam-Kohlekraftwerk in der Provinz Saskatchewan zu einem Demonstrationsprojekt für das Einfangen von CO2 umgebaut. Für das milliardenschwere Vorhaben hat die Provinzregierung nun die Genehmigung erteilt. Weitere Projekte dieser Art könnten folgen.

Durch das erste CCS-Projekt in kommerzieller Größenordnung in Kanada werden pro Jahr ungefähr eine Million Tonnen an Treibhausgasen aus dem Umlauf genommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Elektrizitätsversorgers SaskPower. Die Technik für den Carbon Capture-Prozess wird von dem Unternehmen Cansolv, einer Tochter der Shell Global Solutions, geliefert. Die Dampfturbine kommt aus dem Hause Hitachi. Damit wird solch eine Turbine weltweit zum ersten Mal genutzt, um die Carbon Capture-Technologie in ein Kohlekraftwerk voll zu integrieren, verlautete SaskPower. Der Betriebsbeginn ist für 2014 geplant.

Fossile Energieträger und Klimaschutz zusammenbringen

Der Durchbruch für dieses Projekt ist ein entscheidender Schritt für Kanadas Strategie zur Verfolgung von CCS-Projekten, um damit die Emissionen aus Kraftwerken und Ölsand-Verarbeitungsstätten unter Kontrolle zu bringen. Trotzdem die kanadische Regierung nicht auf die Nutzung der emissionsintensiven Energieträger wie Kohle und Ölsand verzichten will, sollen den Bekenntnissen zum Klimaschutz nun Taten folgen.

Die ölreiche Provinz Alberta hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre Klimaschutzvorgaben zu 70 Prozent durch CCS-Maßnahmen zu erreichen. Die Bedingungen hierfür sind nicht schlecht, erläuterte Mike Fernandez, Direktor für die CCS-Politik im Energieministerium der Provinz, in einer Pressemitteilung.

Gute geologische Bedingungen zur CO2-Einlagerung

So ist in Alberta nicht nur eine hohe Konzentration an emissionsintensiven Betrieben vorhanden (gut 100 Stätten mit einem jährlichen Ausstoß von über 100.000 Tonnen CO2). Es bestehen auch gute geologische Bedingungen zur Einlagerung wie beispielsweise unterirdische Salzstöcke. Auch in der Atlantik-Provinz Nova Scotia, die drei Viertel ihrer Elektrizität aus Kohle gewinnt, sollen geologische Studien zur Erforschung von möglichen Lagerstätten für CO2 durchgeführt werden.

Daniel Seemann

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