Italienische Schüler radeln gegen die Atomkraft

Italienische Schüler redeln gegen Atomkraft; Foto: Screenshot Video: http://www.fernsehen.de

Ausgelöst durch den Reaktorunfall in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi hat die Kernenergie momentan ein absolutes Imageproblem. Die deutsche Regierung sah sich gezwungen, wieder „aus dem Ausstieg aus dem Atomausstieg“ auszusteigen und in Italien hatte sich Mitte Juni eine Mehrheit von über 50 Prozent gegen die Wiedereinführung der Atomkraft ausgesprochen – trotz Silvio Berlusconis Empfehlung, statt zur Abstimmung lieber zum Strand zu gehen.

Vor dem italienischen Referendum machte die italienische Technik-Oberschule Istituto G. Vallauri in Rom mit einer ganz besonderen Aktion von sich reden: in einem Video radelten die Schüler in einem Klassenzimmer gegen die Atomkraft.

Gemeinschaftliche Stromerzeugung im Klassenzimmer

Mit Hilfe von umgebauten Heimtrainern wird an der Oberschule gemeinschaftlich Strom erzeugt, der den Schülern auf einer Energiekarte gutgeschrieben wird. Wollen die Schüler einer Klassen dann beispielsweise ein 30-minütiges Video ansehen, brachen sie laut Lehrer Oscar Santilli dafür 200 Wattstunden und müssen diese auch auf ihren Energiekarten „gespeichert“ haben.

Der Direktor der Schule, Massimo Di Segni, möchte mit dieser Aktion „verantwortungsvolle Energienutzung fördern“ und bei seinen Schülern ein Bewusstsein für Energiesparen und erneuerbare Energien wecken. Zumindest bei einigen scheint das auch tatsächlich gelungen zu sein. Denn in dem Video kommt auch ein ehemaliger Schüler zu Wort, der angibt, dass er durch dieses Projekt erst verstanden habe, was ein Watt wert sei und er seither den öffentlichen Nahverkehr dem Auto vorziehe, wann immer das möglich wäre.

Auf jeden Fall ist das Projekt der Vallauri-Oberschule eine spannende Herangehensweise an das Thema Energieerzeugung und erneuerbare Energien, da es Energie und Energieverbrauch doch sehr viel greifbarer macht, als das sonst im Alltag der Fall ist.

Matthias Schaffer

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