Innovationen – der Weg zu einer bezahlbaren Energiewende

Cleantech

Bereits zum siebten Mal lud am 22. Oktober 2013 das Technologienetzwerk Munich Network zur Munich Cleantech Confernce ein. Rund 180 Teilnehmer trafen sich in der bayerischen Hauptstadt, um sich über nachhaltige und intelligente Technologien für eine möglichst kosteneffiziente Umsetzung der Energiewende auszutauschen. Auch in diesem Jahr zählten wieder hochkarätige Experten aus Industrie und Wissenschaft zu den Referenten und Diskussionsteilnehmern.

Dr. Klaus Streubel, Head of Corporate Technology der Osram AG, hielt einen Vortrag über intelligente Beleuchtung. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen dabei lichtemittierende Dioden, kurz LED, denen aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads und ihrer flexiblen Anwendung ein hohes Marktpotenzial zugeschrieben wird. Streubel nahm dabei auch die Perspektive des Verbrauchers ein und stellte nicht nur das hohe Energieeinsparpotenzial der Leuchtdioden heraus, sondern betonte auch den Wohlfühleffekt der Lichtquellen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität. Denn mit LEDs lassen sich verschiedene Lichtqualitäten erzeugen, die unterschiedlich auf den menschlichen Organismus wirken, zum Beispiel beruhigend oder anregend beziehungsweise konzentrationsfördernd.

Ressourcenoptimierung in der Industrie

Industry 8487In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte Moderator Ralf Hartmann, Geschäftsführer der Cleantech PR-Agentur GlobalCom und Gründer des Branchennetzwerks CleanEnergy Project, mit Marie-Anne Brodschii, Vice President Innovation, Veolia Environment, Dr. Steffen Frischat, Geschäftsführer, Entega Geschäftskunden GmbH & Co. KG, und Prof. Dr. Gerhard Prätorius, Head of Coordination CSR and Sustainability, Volkswagen AG, über Wege zur Energie- und Ressourcenoptimierung in der Industrie. Dabei waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass insbesondere die Kooperation von Firmen untereinander eine wichtige Rolle spielt, wenn es darum geht, Produktionsprozesse energie- und ressourcenschonender zu gestalten. Nur über die Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen könnten diese das notwendige Know-how sowie geeignete Technologien zielorientiert einsetzen, betonte Brodschii. Frischat beschrieb die Notwendigkeit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle anhand der Evolution seines Unternehmens vom klassischen Energieversorger zum Energiedienstleister. Heute bietet Entega Geschäftskunden Beratung zur Effizienzsteigerung an, mit denen sie sich teilweise das eigene Basisgeschäft untergräbt. Das geht nicht ohne interne Konflikte, ist aber eine Reaktion auf die Herausforderungen der zunehmenden Ressourcenknappheit in einer vom Klimawandel bedrohten Welt.

Smart Energy Management

Eine weitere Diskussionsrunde beschäftigte sich mit der Frage, wie neue Geschäftsmodelle für Smart Grid-Anwendungen die Kosten der Stromversorgung in Grenzen halten können. Moderiert wurde die Diskussion von Wolfgang Seibold, Partner bei Earlybird Venture Capital. Teilnehmer des Panels waren Bill Ash, Strategic Technology Program Manager, IEEE Standards Association, Knut Hechtfischer, CEO, Ubitricity, Dr. Siegfried Numberger, General Manager, Preisenergie, Eugen Mayer, Member of the Board, Power Plus Communications und Oliver Stahl, Founder and CEO, Entelios AG. Bill Ash machte bei diesem Gespräch deutlich, wie wichtig Standards für Smart Grid-Komponenten und -Systeme sind. Standards bilden die Grundvoraussetzung für die Interoperabilität von Technologien, die es ermöglicht, Innovationen verschiedener Hersteller in ein System zu integrieren und internationale Märkte für diese zu schaffen.

DiskussionsrundeEinen nicht minder wichtigen Aspekt der Energiewende, nämlich das Zusammenwachsen von IT und „klassischen“ Technologien, stellte Hannes Schwaderer, General Manager & EMEA Energy Sector Director bei der Intel GmbH, dar. In seinem Vortrag “Big Data for Energy Transition – Where does it come from: Impact, Benefits, Opportunities” zeigte er die Dimensionen des Phänomens “Big Data“ auf und präsentierte Lösungen für ein vorausschauendes Prozessmanagement im Energiesektor. Er erklärte, dass der Trend dahin geht, die bestehenden Komponenten der Strominfrastruktur sowie zahlreiche Endgeräte mit intelligenter Software auszustatten, um so die Kommunikation und Reaktion in Echtzeit auf Schwankungen von Energieangebot beziehungsweise -nachfrage zu ermöglichen. Dies wird bei zunehmender Integration erneuerbarer Energien immer wichtiger, ist aber mit enormen Datenvolumen und höchsten Anforderungen an deren Analyse verbunden.

MCC Venture Award

Am Ende der Veranstaltung stand die Verleihung des „Munich Cleantech Conference Venture Awards 2013“. Dieser zeichnet junge, ambitionierte Unternehmen mit innovativen, marktreifen Lösungen sowie hochskalierbaren Geschäftsmodellen aus. Preisträger in diesem Jahr wurde die Firma Arsizio aus Schweden. Die Laudatio auf den Gewinner hielt Curt Winnen, General Manager des Munich Network sowie Organisator und Moderator der Munich Cleantech Conference. Er ehrte das Startup für seine 3D-Strangpresse, mit der sich nicht nur die Produktionskosten, zum Beispiel für Rohre und Profile, reduzieren, sondern auch der Material- und Energieeinsatz verringern lassen.

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