Hybridautos – die Lösung?

Dank jahrelanger Klimadiskussion und teils rapiden Preissteigerungen beim Mineralöl geraten der Automobilmarkt und die Entwicklungsbüros endlich richtig in Bewegung. Aber bewegen sie sich auch in die richtige Richtung?

Sowohl reine Elektroautos als auch Hybridfahrzeuge sind auf dem Vormarsch, doch ist noch immer unklar, in welchem Gang. Vielfach werden die als serienreif proklamierten Fahrzeuge nur in einem ausgewählten Kundenkreis genutzt, gewissermaßen als Pilotprojekt, und sind für den „normalen“ Autofahrer noch gar nicht verfügbar.
Führend in dem Marktsegment der Hybridfahrzeuge sind seit Jahren die japanischen Automobilbauer, und langsam ist auch in den deutschen Entwicklungsabteilungen eine Vorwärtsbewegung in Richtung einer effektiveren Hybridtechnik zu beobachten. Hybride zeichnen sich dadurch aus, das der fossile Antrieb durch zusätzlich erzeugte elektrische Energie unterstützt wird und dadurch weniger Kraftstoff verbraucht. Unter anderem wird versucht, durch neue Batterietechnologien auf Lithium-Ionen-Basis anstatt Nickel-Metallhydrid die Speichereinheiten kompakter und effizienter zu machen, um mehr Strom zu speichern. Durch diese und andere Verbesserungen erreichte beispielsweise ein Luxuslinerfahrzeug eines großen deutschen Autoherstellers Verbrauchswerte von unter acht Litern und dazu noch niedrige CO2-Werte — in der Luxusliner-Klasse ein großer Fortschritt. Doch wie zeitgemäß sind Autos dieser XXL-PS-Klasse noch? Beim Lesen einschlägiger Fachzeitschriften gewinnt der Leser den Eindruck, das Entwicklungen in dieser Richtung das Klimaproblem lösen und gleichzeitig Aspekte wie Leistung und Komfort bedenkenlos gesteigert werden können.

Das Problem beim Hybridantrieb bleibt leider immer noch der Antrieb durch fossile Energien, die zum einen CO2 erzeugen und zum anderen Experten zufolge immer teurer werden. Eine viel diskutierte Alternative sind daher komplett elektrische Antriebe. Auch hier schreitet die Entwicklung fort und es wird versucht, immer höhere Reichweiten zu erzielen und damit den Nutzwert der Fahrzeuge zu erhöhen. Aber sind diese Antriebe viel emissionsärmer, wenn der Strom aus der Steckdose durch ein altes Kohlekraftwerk oder ein laufzeitverlängertes Atomkraftwerk erzeugt wird? Umso erfreulicher sind dagegen die Entwicklungen in Richtung Solartankstellen, die dem emissionsfreien Autofahren erheblich näher kommen.
Bleibt zu hoffen, dass sich Aussagen der Automobilindustrie wie, „ Der moderne Hightech Verbrennungsmotor wird in den kommenden Jahrzehnten die dominierende Antriebstechnik sein…“, nicht bestätigen.

Ludger Schomaker

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